Strom und Schatten

Projektleiter stellt Pläne für 66-Megawatt-Windpark vor / Gemeinde Römstedt ist kritisch

Projektleiter Helge Ahrens mit dem Plan des Windparks Altenmedingen-Römstedt
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Projektleiter Helge Ahrens vom Investor SAB-Windteam aus Kiel erläutert die Planungen für einen Windpark mit zwölf Anlagen zwischen Altenmedingen und Römstedt (unten rechts).

Die Energiewende ist im vollen Gang. Nach der Erweiterung des bislang größten Windparks im Kreisgebiet zwischen Hanstedt I und Wriedel und dem Bau des Bürgerwindparks Altenmedingen steht ein weiteres Projekt in den Startlöchern. Zwölf Windkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 66 Megawatt sollen zwischen Altenmedingen und Römstedt entstehen.

Römstedt –Die 240 Meter hohen Anlagen sollen laut der Investorenfirma SAB-Windteam aus Kiel so viel Strom erzeugen, wie 51 000 Haushalte verbrauchen. Geschätze Gesamtinvestition: 72 Millionen Euro. Baubeginn könnte 2024 sein. Projektleiter Helge Ahrens stellte das Vorhaben am 8. Dezember im Römstedter Dorfgemeinschaftshaus vor.

Bis auf jedes einzelne Haus in den umgebenden Orten – betroffen sind auch Secklendorf, Niendorf und Haaßel – habe man im Vorfeld die Schatten- und Lärmbelastung errechnet. Den zulässigen Geräuschpegel von 60 Dezibel tagsüber im Dorfgebiet, 45 in der Nacht (in reinen Wohngebieten 55 beziehungsweise 40 Dezibel) halte das Projekt ein. Dabei habe man sogar noch einen Aufschlag eingerechnet, weil die neuen Anlagen noch nicht endgültig bewertet sind. Berücksichtigt werden vorhandene Belastungen durch den benachbarten Windpark und andere Anlagen.

Anlagen sind größer, laut Projektleiter aber nicht lauter

„Die Anlagen sind größer geworden, aber der Schallpegel ist nicht lauter geworden“, betont Helge Ahrens. Für Geräusche sorgt der Windabriss an den Rotorblättern bei geringen Windgeschwindigkeiten. „Je mehr der Wind zunimmt, umso weniger hören Sie.“ Zudem seien die modernen Rotorblätter mit sägezahnförmigen Kanten konstruiert, die solche Geräusche reduzieren.

Je höher die Windräder, umso länger der Schatten. Rein rechtlich dürfen Häuser nicht länger als 30 Minuten am Tag und 30 Stunden im Jahr beschattet werden. „Wenn diese 30 Minuten überschritten werden, wird die Anlage abgeschaltet“, erklärt der Projektleiter. „Diese Bedingungen sind aber sehr, sehr selten.“ Zum Schattenwurf kommt es nur bei Wind und Sonnenschein.

13000 Euro pro Windrad und Jahr für die Gemeinde

Nach einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) dürfen die Betreiber die betroffenen Kommunen mit 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde unterstützen. Das SAB-Windteam würde in diesem Fall zwischen 10 000 und 13 000 Euro je Windrad und Jahr an die Gemeinde Römstedt zahlen.. Dennoch sind die Bedenken angesichts der Dimensionen des Projekts groß. Bürger weisen auf die Autobahn hin, die nach den Unterlagen mitten durch den Windpark führt.

Bürgermeister sieht Gemeinde erheblich belastet

„Wir sehen das Projekt positiv-kritisch“, sagt Bürgermeister Matthias König. Der Gemeinderat werde sich mit dem Vorhaben beschäftigen. „Ohne dass wir die erneuerbaren Energien ablehnen würden, ist das eine erhebliche Einschränkung für die Gemeinde, sieben Anlagen in 1000 Metern Abstand zu haben.“ Der Eingriff ins Landschaftsbild, die Geräuschbelastung und der Schattenwurf seien eine hohe Belastung, zumal die Anlagen im Westen von Römstedt stehen. „Das bedeutet, dass das ganze Dorf im Schatten liegt.“

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