Schulausschuss will Konzept für Förderschullandschaft im Kreis

Zwischen den Stühlen

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Die Bodwede-Schule in Ebstorf: Gegenwärtig werden dort 27 Schüler unterrichtet. Die Anzahl wird in den kommenden zwei Jahren drastisch sinken, so dass Handlungsbedarf besteht.

Bad Bevensen. Das Thema Förderschulen im Kreis ist zu wichtig, als dass es in diesem Bereich Schnellschüsse geben darf.

Dieser Auffassung waren die Mitglieder des kreislichen Schulausschusses bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend – ein Beschluss zu einer möglichen Fusion der Bodwede-Schule in Ebstorf mit der Dohrmann-Schule in Bad Bevensen vertagte das Gremium aus diesem Grund. Jürgen Peter Hallier sagte für die SPD-Fraktion: „Wir sitzen zwischen den Stühlen. Wir müssen die Schüler und Eltern, die Kollegien und das Geld des Kreises im Blick haben. Deshalb will ich genau wissen, worüber wir abstimmen. “.

Anlass für den Fusionsvorschlag war eine Überprüfung der Förderschulstandorte, bei der deutlich wurde, dass in beiden Bildungseinrichtungen in den kommenden Schuljahren im Zusammenhang mit dem Ausbau der Inklusion immer weniger Kinder unterrichtet werden. Hintergrund: Das aktuelle Schulgesetz sieht ab dem kommenden Schuljahr ein Wahlrecht der Eltern für den Besuch ihre Kindes an einer Förderschule vor, zudem hat die rot-grüne Landesregierung im April angekündigt, dass ab dem Schuljahr 2014/15 aufsteigend mit der 5. Jahrgangsstufe keine Schüler mehr an Förderschulen aufgenommen werden sollen. Die Schulen laufen leer.

Vor diese Situation gestellt, gebe es einen Handlungsbedarf für die Förderschulen in Ebstorf und Bad Bevensen, erklärte Kerstin Hagelstein, Leiterin des kreislichen Schul- und Kulturamtes, am Donnerstagabend. Die Schüler aus Ebstorf könnten in Bad Bevensen unterrichtet werden. Das Gebäude der Dohrmann-Schule sei deutlich besser ausgestattet, der dort vorhandene Platz spreche ebenfalls für den Standort in der Kurstadt. Und: Für den Kreis bedeute die Zusammenlegung eine Kostenersparnis von 35 000 bis 41 000 Euro jährlich, eine Sanierung der Bodwede-Schule, die etwa 435 000 Euro kosten würde, wäre damit hinfällig.

Alles richtig, nur seien die Schulen in Ebstorf und Bad Bevensen nur ein Baustein in der Förderschullandschaft, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Oesterley. Zudem gebe es noch offene Fragen, wie bei einer der Sitzung vorangegangenen nicht-öffentlichen Führung durch die Bildungseinrichtungen deutlich geworden sei. Deshalb: „Ein tragfähiges Konzept für den Kreis könnte von einer Arbeitsgruppe erarbeitet werden.“

Auch wenn die Ausschussmitglieder lieber einmal mehr beraten wollen, als überhastet zu einem Ergebnis zu kommen, Kerstin Hagelstein hatte für das Gremium noch einen „Pferdefuß“ im Gepäck. Die Landesschulbehörde fordert von der Kreisverwaltung eine Stellungnahme. Die Behörde geht davon aus, dass an der Dohrmann-Schule in Bevensen im kommenden Schuljahr weniger als zwölf Schüler unterrichtet werden, damit ist sie vom Gesetz her keine Schule mehr. Der Regierungsschuldirektor Franz-Josef Kamp von der Außenstelle der Landeschulbehörde in Lüneburg, der an der Sitzung teilnahm, beruhigte: Der Kreis könne argumentieren, dass es Pläne für eine Fusion gebe und eine Ausnahmegenehmigung für die Bildungseinrichtung beantragen.

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