Feuerwehren müssen Daten für Bedarfsplanung abliefern

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

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Auf die Wehren der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ist Verlass – wie hier bei der Evakuierung eines Waldkindergartens nach starkem Schneefall. Damit das so bleibt, wird zurzeit eine Bedarfsplanung erstellt, mit der sich manche allerdings noch anfreunden müssen.

Bad Bevensen/Ebstorf. Ein Meinungsbild hatte sich Hans-Jürgen Kammer von den Spitzen der Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gewünscht.

Doch als der Samtgemeindebürgermeister in der Gemeindekommando-Sitzung der Feuerwehr am Montagabend die Notwendigkeiten eines Brandschutzbedarfsplans erläutert hatte, herrschte erst einmal „Schweigen im Walde“, wie Gemeindebrandmeister Wilhelm Ripke es formulierte.

Wie berichtet, wird zurzeit ein Brandschutzbedarfsplan für die Einsatzkräfte der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf erarbeitet. Knapp die Hälfte der 40 Feuerwehren im Samtgemeindegebiet erfüllen nicht mehr die notwendigen Anforderungen, lautete das Ergebnis eines Zwischenberichts. Somit sollen die Weichen gestellt werden für Kooperationen benachbarter Wehren. Was aber nicht bedeute, Wehren aufzulösen, betonte Samtgemeindebürgermeister Kammer. Vielmehr werden kooperationsbereite Feuerwehren mit einer modernen Ausstattung belohnt. 300 000 Euro würde die Samtgemeindepolitik dafür pro Jahr zusätzlich in die Hand nehmen.

Hans-Jürgen Kammer bedankte sich bei den Vertretern der Wehren dafür, dass in diversen Jahreshauptversammlungen in den Orten bislang überwiegend positive Diskussionen zum Brandschutzbedarfsplan geführt worden seien. Nur zaghaft wurden daher auch am Montagabend in der Gemeindekommando-Sitzung kritische Anmerkungen vorgetragen: So würden für manche die Anfahrtswege sehr weit, wenn für bislang zwei oder drei Feuerwehren künftig nur noch ein einziges Feuerwehrhaus existiere, sagte jemand. Wilhelm Ripke gab jedoch zu bedenken, dass auch schon jetzt für manche die Anfahrtswege recht lang seien. Außerdem sei dieser Aspekt gegenüber fehlenden Einsatzbereitschaften am Tage und anderen Mängeln in den Wehren vergleichsweise gering. „Entfernungen sind da nicht mehr maßgebend.“

Das Stichwort Tagesbereitschaft griff dann auch der stellvertretende Kreisbrandmeister und Vize-Gemeindebrandmeister Hans-Jürgen Cordes auf. „Ich war schon sehr überrascht, was einige Feuerwehren da angegeben haben“, sagte er. „Teilweise wurden Einsatzbereitschaften im zweistelligen Bereich angemeldet.“ Angesichts der Tatsache, dass er es selbst schon erlebt habe, dass Wehren gar nicht einsatzbereit gewesen seien, habe ihn das sehr verwundert.

Cordes appellierte an die Verantwortlichen in den einzelnen Wehren, die Daten nochmals gewissenhaft zu prüfen. Und auch alle weiteren Angaben wie Mitgliederzahlen oder Räumlichkeiten sollten der Samtgemeindeverwaltung mitgeteilt werden, und zwar bis zu diesem Freitag. Am Sonnabend nämlich sei der Gutachter Manfred Fennen, der den Bedarfsplan erstellt, wieder vor Ort. Mit ihm wolle man dann weiter planen. „Damit der Bedarfsplan möglichst schnell fertig werden kann“, sagte Wilhelm Ripke.

Von Ines Bräutigam

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