Zweite Gruppe in Planung

Erst im April hat die „Villa Lilliput“ in Bad Bevensen eröffnet, in der sich die Kleinsten sichtlich wohl fühlen – dennoch gibt es in der Stadt weiteren Bedarf an Krippenplätzen. Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Die Bedarfszahlen weisen deutlich darauf hin: In Bad Bevensen fehlen immer noch Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. In der derzeit einzigen Krippengruppe der Stadt, die von der evangelischen Kirche betrieben wird, gibt es eine Reihe von Kindern auf der Warteliste.

Deshalb haben die Mitglieder des Jugendausschusses auch einstimmig der Verwaltung den Auftrag erteilt, potenzielle Träger für eine zweite Krippengruppe in Bad Bevensen anzuschreiben und zur Abgabe von entsprechenden Angeboten aufzufordern.

Zuvor hatte die Verwaltung allerdings klären müssen, ob eine Ausschreibung hierfür erforderlich ist. Denn noch gibt es über das Prozedere unterschiedliche Rechtsauffassungen. Nach Absprache mit dem Rechnungsprüfungsamt sei man zu dem Schluss gekommen, dass ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren möglich ist, erklärt Ordnungsamtsleiter Thomas Fisahn, der auch zuständig für den Bereich der Kindertagesstätten ist. Im Klartext: Die Verwaltung wird freie Träger der Jugendhilfe anschreiben, die aus einer Übersicht des Kreisjugendamtes hervorgehen.

Die Verwaltung wird den potenziellen Trägern einer zweiten Krippengruppe Vorgaben machen, auf die die Politik Wert legt. So wurde zwei Vorschlägen von Johann-Henrich Vietor (WBB) einhellig gefolgt: 1. Die Angestellten der künftigen Krippengruppe sollen tarifgemäß bezahlt werden. 2. Der Träger muss ein höchstes Maß an Flexibilität an den Tag legen. Denn sollten sich im Laufe der Zeit – vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung betrachtet – andere Bedürfnisse ergeben, müsse darauf reagiert werden. „Zum Beispiel, wenn eine Umbildung in eine Familiengruppe, einen Kinderhort, eine Großtagespflege oder eine andere Form der Betreuung sinnvoll ist“, erklärt Thomas Fisahn.

Der Ordnungsamtsleiter und die Vorsitzende des Jugendausschusses, Susanne Lühr-Peschke (CDU), betonen, dass man bei dem Kontaktieren möglicher Krippen-Betreiber völlig objektiv vorgehen werde; niemand werde von vornherein ausgeklammert. Auch die spätere Auswahl des künftigen Trägers erfolge nach rein objektiven Kriterien. „Das ist ja keine Entscheidung aus dem Bauch heraus“, betont Thomas Fisahn.

Wann genau die zweite Krippengruppe mit 15 Kindern ihren Betrieb aufnehmen kann, hängt jetzt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab. Erklärtes Ziel von Politik und Verwaltung ist es aber, „so schnell wie möglich“ mit dem Betrieb zu starten. Sollte der am Ende ausgewählte Träger in der Lage sein, noch in diesem Jahr den Krippenbetrieb zu eröffnen, hat der Jugendausschuss schonmal eine Summe von 50 0 00 Euro reserviert, um dann die nicht durch Elternbeiträge gedeckten Kosten übernehmen zu können.

Zwar gibt es einen rechtlichen Anspruch auf Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren erst ab 2013. Und auch die Anzahl der tatsächlichen Anmeldungen von Kindern liegt erfahrungsgemäß oftmals unter der Anzahl, die derzeit als vorgemerkt auf Wartelisten steht. „Aber es wird jetzt ein gewisser Druck genommen“, sagt Thomas Fisahn. Sowohl für die Politik und die Verwaltung, als auch für die Eltern.

Zurzeit wird die einzige Krippengruppe der Stadt im evangelischen Kindergarten angeboten. Neben dem kirchlichen Kindergarten gibt es den DRK-Waldkindergarten, und erst kürzlich haben drei Bevenser Kliniken die Tagesbetreuung „Villa Lilliput“ eröffnet.

Von Ines Bräutigam

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