Junge Baumeister aus Natendorf: Auf einer Streuobstwiese entstanden natürliche Sonnenschützer

Zweig an Zweig zum Weidentipi

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Ein kleines Eigenheim: Paul und Kilian in ihrem neuen Weidentipi.

Natendorf. Sägen, messen, graben, flechten, binden… die Liste der „Tuwörter“ ließe sich endlos fortsetzen, um die tatkräftigen Handlungen zu benennen, die Mädchen und Jungen in den letzten Tagen auf der Streuobstwiese am Ortsrand von Natendorf für alle sichtbar angepackt haben.

In einem NABU-Naturworkshop wurden die 17 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zu Baumeistern. Nach den sonnigen Tagen zeichnete sich nun gegen den düsteren Himmel ab, was die Kinder mit Geschick geschaffen hatten: ein Weidentipidorf.

Unter fachkundiger Leitung von Waldpädagogin Caroline Rothe ging es los. Weidenzweige und -äste waren von Natendorfern herbeigeschafft worden und türmten sich auf der Streuobstwiese auf.

In einer kurzen Pause, in der die Lütten einige Informationen über die Weide erhalten sollten, überraschten sie die Erwachsenen mit manch schlauer Aussage: „Die Blüten, also die Kätzchen sind Futter für die Schmetterlinge“, weiß der elfjährige Simon genau. „Und es gibt verschiedene Weidenarten, für uns war die wichtig, die sich biegen lässt.“ Der gerade einmal sechsjährige Laurenz hat auch noch einen Beitrag parat: „Früher hat man daraus Schuhe und Körbe gemacht.“

Weiden sind ein ideales Bau- und Flechtmaterial. Entsprechend lange und dicke Ruten wurden geschnitten. Danach gruben die Kinder einen Kreis, in den die Ruten gesteckt wurden. „In der Grabensohle sollen die Ruten wurzeln“, erklärt Paul. „Wir haben die vielen Ruten zusammengebunden und geflochten, so dass ein richtiges Zelt mit Eingang entstanden ist“, berichtet Kilian weiter und betritt stolz das Weidentipi, das er zusammen mit einigen anderen Kindern gebaut hat. Jetzt muss alles sorgsam gegossen werden, anwachsen und Blätter bilden, dann ist es das ideale Heim, um im Sommer mal darin zu übernachten – so der Plan der jungen Baumeister.

Eifrig waren die kleinen und großen Kinder bei der Sache, mit Tipps und ein paar Handgriffen von Caroline Rothe und anderen Müttern, die sich dazu gesellten. Ganz rosig wurden ihre Wangen – vor lauter Spaß und Eifer. Gerade wird ein Zaun gebaut und geflochten, ein Eingangstor zu dem kleinen Weidentipidorf. Ein ganz persönliches „Eigenheim“, das mitwächst.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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