Gerissenes Reh im Rosenbad: BI-Vorsitzende zeigt Hundehalter an und fordert weitere Untersuchung

Zweifel am DNA-Ergebnis

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Als die Saison im Rosenbad noch nicht begonnen hatte, war auf dem Gelände des Freibads ein gerissenes Reh gefunden worden. Laut DNA-Analyse steht fest: Der Übeltäter war ein Hund. Maike Schulz-Broers zweifelt das Ergebnis jedoch an. 

Bad Bevensen. Die Spurenlage sprach zunächst für den Wolf. Doch der DNA-Test hatte, wie berichtet, ergeben, dass ein Hund Anfang April ein Reh auf dem Gelände des Rosenbades in Bad Bevensen gerissen hat. Für Maike Schulz-Broers aus Stadorf muss dies Konsequenzen haben.

Die 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative „Wölfe vs. Land“ hat Anzeige bei der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gegen den Hundehalter erstattet.

„Da ja sicher eine Rückstellprobe von dem Riss vorhanden ist, lässt sich durch eine erneute DNA-Untersuchung herausfinden, welche Hunderasse den Riss verursacht hat“, meint Schulz-Broers, „und somit lässt sich auch der Halter ermitteln, der seinen Hund des Nächtens durch Bad Bevensen stromern lässt. Dieses dürfte sicher im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung sein, zu deren Sicherung die Samtgemeinde verpflichtet ist.“

Maike Schulz-Broers ist Pferdehalterin aus Stadorf und 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative „Wölfe vs. Land“.

Im Übrigen hegt Maike Schulz-Broers Zweifel an dem Ergebnis der DNA-Analyse. Zumal im gleichen Zeitraum nur einige hundert Meter weiter, nahe der Medinger Mühle, ein Wolf als Verursacher eines weiteren gerissenen Rehs ausgemacht worden sei. „Warum sollte das andere jetzt ein Hund gewesen sein? Was sollte einen Wolf davon abhalten, auch ins Rosenbad zu gehen?“ stellt die Pferdehalterin aus Stadorf in den Raum. „Natürlich wäre die Nachricht, dass es Wölfe in der Kurstadt gibt, ein Super-GAU. Aber wenn es nichts zu verheimlichen gibt, kann doch eine weitere DNA-Probe untersucht werden“, appelliert sie.

Das besagte Reh wurde nach Aussage von Wolfsberater Klaus Bullerjahn mit einem gezielten Kehlbiss getötet. Anschließend wurde der Bauchraum geöffnet, der Verdauungstrakt herausgezogen und Herz und Lunge gefressen. Das sei erstmal wolfstypisch. Aber: „Das traue ich auch einem Hund zu“, sagt Bullerjahn, „wir können nicht ausschließen, dass Hunde das auch können.“

Maike Schulz-Broers fällt es schwer, das zu glauben. „Das schafft kein Hund“, behauptet sie. Klaus Bullerjahn allerdings gibt auch zu bedenken, dass besagter Hund ja gar nicht alles selbst gefressen haben müsse. Vielleicht habe er das Reh nur gerissen und andere Wildtiere hätten sich anschließend an dem Kadaver gütlich getan.

Die Vorsitzende der Stadorfer Bürgerinitiative bringt auch die Theorie ins Spiel, es habe sich bei dem Hund im Rosenbad um einen Hybriden handeln können – einen Mischling von Wolf und Hund. Klaus Bullerjahn hält das für „mühsame Definitionen“. „Wir halten uns an das, was wir DNA-technisch belegen können.“ Und dabei sei das Senckenberg-Institut, das die DNA-Analysen durchführt, ein wissenschaftlich anerkanntes Referenzlabor.

Bei der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wird der Eingang der Anzeige auf AZ-Nachfrage bestätigt. Über streunende Hunde sei der Verwaltung in besagtem Bereich außerdem bislang nichts bekannt, erklärt Sprecher Jörn Nolting gegenüber der AZ. Was die Anzeige angehe, sei man im engen Kontakt mit der Polizei – nicht zuletzt auch deswegen, um die Zuständigkeiten zu klären.

Von Ines Bräutigam

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