Zuschuss – trotzdem reicht’s nicht

Der Radweg von Bad Bevensen in Richtung Röbbel endet jäh in Höhe der Sandschellen – damit hier doch noch eine Fortsetzung gebaut werden kann, befürwortete der Bauausschuss mehrheitlich 50 000 Euro als Zuschussposten im Haushalt. Foto:  Ph. Schulze

Bad Bevensen. Die Mitglieder des Bauausschusses der Samtgemeinde Bevensen hatten am Montagnachmittag eine Premiere zu bestehen: Sie waren die Ersten, die sich mit dem Etat 2011 zu befassen hatten – und zwar dem ersten Etat in doppischer Haushaltsführung. Doch flankiert von einigen (er)klärenden Worten vom stellvertretenden Kämmerer Marcus Lühring, Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski und Bauamtsleiter Roland Klewwe fassten die Ausschussmitglieder die Empfehlung an den Samtgemeindeausschuss, alle von der Verwaltung vorgelegten Posten so zu beschließen, einstimmig.

Einzig einem Antrag der SPD/WBB/Grünen-Gruppe, für das Vorantreiben des Radwegebaus zwischen Bad Bevensen und Röbbel 50 000 Euro in den Haushalt einzustellen, stimmte die CDU/FDP-Gruppe nicht zu. Wegen eines Patts von vier Ja-Stimmen und vier Enthaltungen wird dieser Antrag dennoch zum Tragen kommen.

Seit Jahrzehnten befassen sich Bürger, Verwaltung und Politik mit dem Radweg von der Kurstadt über Groß Hesebeck nach Röbbel. Doch der Weg hat es in der Prioritätenliste des Landes nie auf einen vorderen Platz geschafft, und die voraussichtlichen 400 000 Euro für den Bau können weder Stadt noch Samtgemeinde allein aufbringen. Mit den weiteren 50 000 Euro stehen nun aber insgesamt 100 000 Euro für das Projekt zur Verfügung; denn bereits im vergangenen Jahr waren 50 000 Euro für den Radweg in den Haushalt eingestellt worden und jetzt in den aktuellen Etat übertragen.

Dennoch: Den Zahn, dass mit diesen 100 000 Euro der Radweg nun in trockenen Tüchern wäre, den zog Bauamtsleiter Roland Klewwe den Ausschussmigliedern: Für einen so genannten kostengünstigeren Bürgerradweg, der unter anderem mit Eigenleistungen von Bürgern und in leichterer Bauweise verwirklicht werden könnte, sei diese Summe zwar schon ein erheblicher Ansatz. Gebaut ist der vor allem von den Groß Hesebeckern und Röbbelern heiß begehrte Radweg damit aber noch lange nicht. Außerdem gibt es teils massive Probleme, was den Grunderwerb für dieses Vorhaben betrifft. „Ein Eigentümer macht da erhebliche Schwierigkeiten“, so Klewwe.

Während Ulrich Schulte (Grüne) die zusätzlichen 50 000 Euro für gerechtfertigt hielt – schließlich sei der Weg für eine touristisch geprägte Region von großer Bedeutung – hatte Ausschussvorsitzender Werner Marquard (CDU) seine Bedenken: Die Samtgemeinde zahle der Stadt Bad Bevensen quasi einen Zuschuss für den Radwegebau. Wie sehe es dann für die anderen Mitgliedsgemeinden aus, die ebenfalls Zuschüsse für ihre Radwege begehren könnten? Er wisse zum Beispiel als Bürgermeister der Gemeinde Altenmedingen, dass diesbezüglich auch dort Bedarf bestehen würde.

Roland Klewwe erinnerte allerdings daran, dass im Zuge der Fusion der Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Ebstorf, die im November dieses Jahres vollzogen werden wird, die Zuständigkeiten für den Radwegebau sowieso an die dann neue große Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf übergehen werden. Jede Gemeinde hat dann die Möglichkeit, entsprechende Anträge zu stellen.

Von Ines Bräutigam

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