Zugreisende auf dem Abstellgleis?

DB-Agentur schließt Ende Juni: BfB sorgt sich um Service im Bevenser Bahnhof

Der Bahnhof von Bad Bevensen: Er ist der erste Ort, den Urlauber von der Kurstadt zu sehen bekommen, wenn sie mit dem Zug anreisen. Die DB-Agentur ist zurzeit eine Anlaufstelle für die Touristen im Bahnhof. Foto: LOHMANN
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Der Bahnhof von Bad Bevensen: Er ist der erste Ort, den Urlauber von der Kurstadt zu sehen bekommen, wenn sie mit dem Zug anreisen. Die DB-Agentur ist zurzeit eine Anlaufstelle für die Touristen im Bahnhof.

Bad Bevensen – Die Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) sorgt sich um den Service für Bahnfahrer sowie um den ersten Eindruck, den die Kurstadt womöglich bald bei Touristen hinterlassen könnte, wenn diese mit dem Zug eintreffen.

Nach Angaben der BfB beabsichtigt der Betreiber der DB-Agentur im Bad Bevenser Bahnhof, aus persönlichen Gründen zum 30. Juni dieses Jahres sein Geschäft aufzugeben.

Damit entfällt, sofern sich keine unmittelbare Nachfolge-Regelung ergibt, die Möglichkeit für eine persönliche Beratung beim Ticketkauf. Und: Touristen, die mit der Bahn reisen, hätten auch keinen ersten Anlaufpunkt mehr, um beispielsweise zu erfahren, wie sie zügig in die Innenstadt oder zu ihrem Hotel gelangen. „Eine fatale Entwicklung für die Bürger der Stadt und des Umlandes sowie für unsere Gäste, die auf jeden Fall verhindert werden muss“, meint der stellvertretende BfB-Fraktionsvorsitzende Hans-Bernd Kaufmann.

Online-Angebote keine wirkliche Alternative

Neben der DB-Agentur im Bahnhof gebe es eine weitere in der Innenstadt, die von einem Reisebüro betrieben werde, so die BfB. Die Fraktion ist aber der Auffassung, dass auch künftig direkt im Bahnhof eine solche DB-Agentur zu finden sein muss.

„Die Entwicklung des öffentlichen Personenverkehrs muss auch durch das Vorhalten der entsprechenden Infrastruktur gefördert werden. Hierzu gehört auch die Erreichbarkeit der notwendigen Einrichtungen. Der Verweis auf die elektronischen Möglichkeiten stellt aus den verschiedensten Gründen keine ausreichende Alternative dar“, heißt es von der Fraktion – zumal Dienstleistungen der DB-Agentur elektronisch nicht buchbar seien.

Beim Ticketkauf an Automaten oder im Internet verweist die BfB auf die Altersstruktur der Bad Bevenser und der Bewohner des Landkreises. Der Anteil der über 60-Jährigen werde bis zum Jahr 2030 ansteigen und der unter 30-Jährigen abnehmen, so die einschlägigen Untersuchungen. 50 Prozent der Bad Bevenser seien älter als 50 Jahre. Dies müsse mit berücksichtigt werden.

Auskunftsstelle für Urlauber

Die DB-Agentur ist auch ständige Anlauf- und Auskunftsstelle für Urlauber, Tagesgäste und Reha-Patienten. Aus diesem Grund hat die BfB in der Angelegenheit auch bereits das Gespräch gesucht mit Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), die sich um den Tourismus in der Kurstadt kümmert. Man habe Kreutz verschiedene Ansätze präsentiert, so die BfB.

„Der Bahnhof ist nicht nur für die Bürger ganz wichtig“, sagt Gerhard Kreutz gegenüber der AZ. Er sei auch der erste Ort, den Touristen von Bad Bevensen zu sehen bekommen, wenn sie mit der Bahn anreisen. Insofern sei es kein Aushängeschild für Bad Bevensen, wenn Touristen einen Bahnhof ohne Anlaufstelle vorfinden. Es würden zurzeit Gespräche geführt, um zu klären, wie eine DB-Agentur weiter an Ort und Stelle geführt werden könne.

Der Bahnhof ist der BfB bereits seit Längerem ein Anliegen. Kritisiert wird von der Fraktion, dass sich die Deutsche Bahn zunehmend aus den Bahnhöfen zurückziehe. „Die Dienstleistungen für die Reisenden im Bahnhofsumfeld haben sich ständig verschlechtert“, moniert die BfB-Fraktionsvorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka in Bezug auf Bad Bevensen. 2018 hatte die Fraktion auch bereits den ungepflegten Zustand des Bahnhofs in der Kurstadt kritisiert. Im Jahr zuvor war das Bahnhofsgebäude an die „Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft“ veräußert worden.

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