Thema Wolf: Wenzel soll Vorwurf der Falschaussage zurücknehmen

Züchter wehren sich

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Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) steht in der Kritik der Weidetierhalter.

ib Brockhimbergen. Die Weidetierhalter im Landkreis Uelzen sind sauer: Im AZ-Interview vom 17. Dezember 2016 zum Thema Wolf hatte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) erklärt: Die Nachricht, er habe behauptet, seine Wähler säßen in der Stadt und nicht auf dem Lande, sei nicht richtig.

Die AZ habe nicht ihn zitiert, sondern die Behauptung eines Besuchers auf einem Treffen mit Weidetierhaltern, so Wenzel. Joachim Strampe aus Brockhimbergen, Züchter von 20 jüngst vom Wolf gerissenen Damwild-Tieren, will Wenzels Vorwurf der Falschaussage so nicht stehen lassen.

„Wir fordern Sie auf, die Behauptung, dass der Besucher Ihrer Veranstaltung eine falsche Aussage getätigt hat, öffentlich zurückzunehmen“, schreibt Strampe im Namen der Weidetierhalter Nordost-Niedersachsen in einem offenen Brief an den Minister.

Das Schreiben hat der Brockhimberger gestern auf den Postweg gebracht. Weiter heißt es darin: „Wir möchten Sie an eine von Ihnen eingeladene Gesprächsrunde im Niedersachsenhof Verden Anfang Dezember 2015 erinnern. In diesem Gespräch haben Sie sinngemäß gesagt: Meine Wähler sitzen in der Stadt und ich mache das, was meine Wähler wollen. Sie wollen den Wolf.“

Die Weidetierhalter Niedersachsens seien durch die starke Ausbreitung des Wolfs in ihrer Existenz bedroht. „Wir sind auch sehr erschrocken, wie Sie als zuständiger Minister versuchen, dieses Thema auszusitzen“, so Strampe in dem offenen Brief. „Wie kann es sonst sein, dass es in Niedersachsen keine klare Anweisung für Sofortmaßnahmen bei Wolfsübergriffen oder für auffällige Wölfe gibt? Wir Tierhalter müssen zusehen, wie unsere Tiere zerfleischt werden, weil keiner eingreifen darf. Wir fordern, dass auffällige Wölfe unbürokratisch entnommen werden dürfen!“

Die Weidetierhalter bitten Wenzel „inständig“ darum, Sofortmaßnahmen in Sachen Wolf einzuleiten. „Ansonsten“, schreibt Strampe im Namen des Verbands, „wir drücken es mal landwirtschaftlich aus, drillen Sie ‘rechtes Saatgut’. Die Landbevölkerung kann und will Ihr Verhalten nicht mehr akzeptieren.“

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