Neuer Verein „Tierpfotenhilfe“ bietet ab 24. Oktober regelmäßige Futterausgabe in Bad Bevensen

Ein Zubrot für die besten Freunde

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Ziehen für das Wohl der Tiere und deren Menschen an einem Strang: Birgitt Sörnsen von der AWO (links) sowie Thorsten und Stephanie Beitsch von der Tierpfotenhilfe. Hund „Lucky“ ist für den moralischen Beistand zuständig. 

Bad Bevensen. Sie sind oftmals das letzte Tor zur sozialen Außenwelt, sie können Partner- und Familienersatz sein, und vor allem sind sie eines: bedingungslose und treue Wegbegleiter, ein Leben lang.

Tiere – ob vier- oder zweibeinig, mit Fell oder Federn – sind vieler Menschen beste Freunde. Droht diese Freundschaft daran zu zerbrechen, weil Herrchen oder Frauchen sich den tierischen Gesellen nicht mehr leisten können, wollen künftig Thorsten Beitsch und seine Mitstreiter der frisch gegründeten „Tierpfotenhilfe“ einschreiten.

Der eingetragene Verein wird, beginnend am 24. Oktober, künftig jeden vierten Mittwoch im Monat eine Futterausgabestelle in Bad Bevensen anbieten. Wer zum Monatsende feststellen sollte, dass das Geld für die Versorgung des Haustiers nicht mehr ausreichen sollte, kann dann zwischen 11 und 12 Uhr im AWO-Treff am Krummen Arm auf Unterstützung zählen.

„Wir gehen erstmal von der Versorgung von Hunden und Katzen aus“, sagt Vereinsgründer Beitsch. Sollte sich aber herausstellen, dass es auch großen Bedarf für andere Tierarten gibt, wolle man auch darauf reagieren. Grundsätzlich aber gilt: Der Verein bietet keine monatliche Vollverpflegung, sondern will über finanzielle Engpässe hinweghelfen. Und die Bedürftigkeit muss, zum Beispiel per Leistungsbescheid vom Jobcenter, nachgewiesen werden.

Die Idee mit der Tiertafel kam Thorsten Beitsch und seiner Frau Stephanie vor einem Jahr. Als sie plötzlich wegen Eigenbedarfs umziehen und ihre fünf Hunde nebst Kaninchen, Meerschweinchen und Vögeln natürlich weiterversorgen mussten, merkten die beiden: „Das kann schon mal knapp werden.“ Außerdem gab es von den Akteuren der Uelzener Tiertafel Hinweise, dass im nördlichen Landkreis durchaus Bedarf für ein solches Angebot besteht.

Dass die Futterausgabe im AWO-Treff stattfinden kann, halten nicht nur die Beitschs für eine Win-win-Situation. Auch die AWO-Vorsitzende Birgitt Sörnsen ist von der Idee angetan. „Mittwochs sind hier sowieso immer unsere Treffen“, sagt sie. Für viele, und das ist die große Hoffnung der Initiatoren, könnte daher die Hemmschwelle geringer sein, das Hilfsangebot in Anspruch zu nehmen.

Den Bedarf sieht Birgitt Sörnsen ganz klar. „Es gibt vor allem immer mehr ältere Damen, die sich so durchwursteln“, weiß sie aus vielen Gesprächen. Angebote der Unterstützung nehmen die Betroffenen aber häufig nicht wahr. Aus Scham. „Da heißt es dann: Eher esse ich nur eine Scheibe trockenes Brot, bevor mein Hund nichts zu fressen bekommt“, berichtet Sörnsen. Dabei sei absolut nichts dabei, angebotene Hilfe auch in Anspruch zu nehmen. Manchmal seien Menschen gerade mal drei Euro über der Bemessungsgrenze von Hartz IV. Auf Einzelschicksale nehmen die Gesetze eben keine Rücksicht.

„Für uns ist es deshalb auch ganz wichtig, dass die Leute Vertrauen haben“, betont Thorsten Beitsch. Jeder, der Unterstützung für Lumpi, Mieze und Co. benötigt, ist willkommen. Vor allem werde Futter angeboten. „Aber es soll auch praktische Hilfen geben“, sagt der 47-Jährige. So seien bereits Kratzbäume und Hundekörbchen gespendet worden, die an jene weitergegeben werden sollen, die sie sich aus eigener Kraft nicht leisten können. Geld- und Futterspenden suchen die rund ein Dutzend Vereinsmitglieder ständig. Zwar habe er auch schon viele Unternehmen angeschrieben, berichtet Thorsten Beitsch. „Die Resonanz war aber gleich null.“

Wer die Tierpfotenhilfe unterstützen möchte oder ihre Hilfe benötigt, kann sich direkt an den Verein wenden: Telefon (0 58 06) 3 59 02 08, E-Mail: info@tierpfotenhilfe.de. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.tierpfotenhilfe.de.

Ines Bräutigam

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