SPD schreibt wegen Äußerung zum dritten Gleis offenen Brief an Bürgermeister

Zank um den Widerstand in Bad Bevensen

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Die SPD möchte auf der Westseite des Bad Bevenser Bahnhofs weitere Parkplätze bauen lassen – die Mehrheit der Stadtpolitik sieht das jedoch kritisch, nicht zuletzt auch wegen der Ungewissheit, was den möglichen Bau eines dritten Gleises angeht.

Bad Bevensen. Aus Sicht der SPD-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat sind sie dringend notwendig: weitere stadtnahe Parkplätze, und zwar auf der Westseite des Bahnhofs – dort, wo derzeit unter anderem Glascontainer stehen.

Doch mit ihrer Auffassung stehen die Sozialdemokraten allein da: Im Bau- sowie im Verwaltungsausschuss ist ihr entsprechender Antrag mehrheitlich abgelehnt worden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Hellmanzik nimmt dies nun zum Anlass für einen offenen Brief an Bürgermeister Martin Feller (Grüne).

Feller nämlich hatte zu bedenken gegeben, dass man wegen des geplanten Bau eines dritten Bahngleises die besagten Parkplätze nicht bauen sollte und es als „Wahnsinn“ bezeichnet, etwas zu bauen, was möglicherweise wieder abgerissen werden müsste. Hellmanzik folgert daraus, dass der Bürgermeister damit „ein drittes Gleis durch Bad Bevensen bereits als unvermeidlich hinzunehmen bereit“ sei. Gleichzeitig fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Feller in seinem offenen Brief auf, Stellung zu beziehen, inwiefern er mit seiner Haltung als Bürgermeister noch den politischen Konsens in Bad Bevensen vertrete, wonach es kein drittes Gleis in der Kurstadt geben dürfe. Und: „Meine Fraktion ist in großer Sorge, dass Deine Äußerungen im Bauausschuss bei den mitlesenden politischen Akteuren in Land und Bund zu dem Schluss führen können, dass Bad Bevensen seinen Widerstand gegen das dritte Gleis aufgegeben hat“, schreibt Hellmanzik und fragt Feller in seinem Brief: „Bist Du Dir bewusst, dass die Folgen für den Status als Kurstadt fatal und irreparabel wären?“

Martin Feller stellt im AZ-Gespräch zunächst klar, dass er sich nie mit dem Bau eines dritten Gleises einverstanden erklärt habe. Im Gegenteil: „Eines ist doch klar: Ein drittes Gleis kann nicht durch die Innenstadt führen.“ Klar sei aber auch, dass es für den Ausbau der Gleisstrecke im Bereich der Kurstadt noch immer keine konkreten Pläne gebe. Insofern stehe er zu seiner Aussage.

Maßgeblich für die Ablehnung der zusätzlichen Parkplätze sei allerdings noch ein weiterer Aspekt: Sie würden schlichtweg nicht benötigt. Das hatte auch Bauamtsleiter Roland Klewwe in besagter Bauausschusssitzung bestätigt, der die Parksituation rund um den Bahnhof West als „fast immer entspannt“ beschrieben hatte.

Bürgermeister Feller will die aktuelle Diskussion jetzt zum Anlass nehmen, den Projektbeirat des Dialogforums Schiene Nord – das den Bau des dritten Gleises im Rahmen des Projekts Alpha E beschlossen hatte – sowie die Bürgerinitiative Agade 21 aus Deutsch Evern nach Bad Bevensen einzuladen. Sie sollen den Bürgern ihre Positionen zu dem Thema darstellen.

Von Ines Bräutigam

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