Wunsch nach Würdigung

Bad Bevenser Werbegemeinschaft fordert mehr Unterstützung der Stadt

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Alljährlich sorgt die Bad Bevenser Werbegemeinschaft dafür, dass die Kurstadt zur Weihnachtszeit in stimmungsvollem Licht erstrahlt. Das ist nicht selbstverständlich, wurde in der Mitgliederversammlung wiederholt betont – die Stadt sollte sich hier mehr einbringen, hieß es.

Bad Bevensen. Gäste und Mitglieder hielten sich am Mittwochabend zahlenmäßig in etwa die Waage. Denn die Resonanz der rund 120 in der Bad Bevenser Werbegemeinschaft organisierten Betriebe auf die Mitgliederversammlung im Kurhaus war äußerst dürftig – etwa 90 Prozent der Mitglieder glänzte durch Abwesenheit.

Da war es nur ein kleiner Trost, dass der Vorsitzende Friedrich-Wilhelm Sündermann im 66. Jahr des Bestehens dieser Vereinigung berichtete, dass die Beteiligung auch in den Anfangsjahren nicht viel besser gewesen sei. Das Schnapszahl-Jubiläum war auch Anlass für einen kleinen Rückblick auf die Gründung der Bevenser Werbegemeinschaft, die am 5. November 1951 als „Gewerbeverein Bevensen“ aus der Taufe gehoben wurde, um vier Tage später wieder aufgelöst und als „Verein für wirtschaftlichen Fortschritt e.V.“ neu gegründet zu werden. 1986 erfolgte dann die Umbenennung in „Werbegemeinschaft Bad Bevensen“.

75 Mitglieder der ersten Stunde, so Sündermann, seien damals gezählt worden. Der Mitgliedsbeitrag lag zwischen 50 Pfennig und zwei D-Mark pro Monat, und auch schon damals wurde heftig über eine Fremdenverkehrsabgabe verhandelt. „Die wurde von 150 Gewerbebetrieben in einer Resolution abgelehnt“, berichtete Sündermann.

Besonders aufgehorcht wurde bei der Information, dass die Stadt damals die Weihnachtsbeleuchtung bezuschusst hat. Heutzutage stemmen die Gewerbebetriebe diese Aktion ehrenamtlich und aus eigener Kraft und können sie Jahr für Jahr nur dank der Unterstützung vieler Sponsoren realisieren. In vielen anderen Städten sei es hingegen Usus, dass genau dieses Engagement durch die Kommunen geleistet werde, betonte Siegfried Tippel vom Vorstand der Werbegemeinschaft. Er gab daher Bürgermeisterin Susanne Lühr-Peschke mit auf den Weg, die Stadt Bad Bevensen möge auch hier eine Unterstützung prüfen.

Auch sein Vorstandskollege Hartwig Jürs hieb in die gleiche Kerbe: Was die Werbegemeinschaft leiste, werde von vielen – auch von der Stadt – als selbstverständlich angesehen, so sein Eindruck. Von der Politik wünsche sich die Wirtschaft mehr Unterstützung – zumindest ideeller Art –, so Jürs. Nur gemeinsam könne man etwas für Bad Bevensen erreichen. Auf eine Finanzspritze machte die Bürgermeisterin allerdings keine große Hoffnungen: Der städtische Haushalt gebe derzeit nicht her, alle Wünsche zu erfüllen, sagte sie.

In ausführlichen Berichten informierten die Vertreter der einzelnen Arbeitskreise der Werbegemeinschaft dann noch über ihr Tun. Und Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH, gab einen Ausblick auf Aktivitäten, die in diesem Jahr zum Wohle der Stadt und des Tourismus geplant sind.

Von Ines Bräutigam

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