Verein „Bad Bevensen inklusiv“ startet Mobilitäts-Initiative / Informationsabend am 6. Februar

Wer würde den Bürgerbus fahren?

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„Bämser inkluBussi“ – unter diesem Arbeitstitel hat der Verein „Bad Bevensen inklusiv“ erste Entwürfe erarbeitet, wie ein Bürgerbus aussehen könnte.

Bad Bevensen. Seitdem es keine Kurbahn mehr in Bad Bevensen gibt, besteht im Mobilitätsangebot der Kurstadt eine große Lücke.

Während die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) mittlerweile zwei Fachfirmen damit beauftragt hat, ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für Bad Bevensen zu entwickeln, gibt es noch eine weitere Initiative, um Bürger und Gäste beweglicher zu machen: Der Verein „Bad Bevensen inklusiv“ (BBi) will einen Bürgerbus ins Leben rufen.

Michael Buntenbach.

Vor allem für die Einheimischen und hier für Menschen mit Behinderungen soll ein Angebot geschaffen werden, erklärt der BBi-Vorsitzende Michael Buntenbach. „Das Konzept des Bürgerbusses ist schon in vielen Gemeinden erfolgreich“, sagt er. „Bürger fahren für Bürger, ehrenamtlich und mit viel Engagement für die Gemeinschaft.“ Und weil die Idee damit steht und fällt, ob sich langfristig genügend zuverlässige und motivierte Fahrer zur Verfügung stellen, lädt der Verein am Dienstag, 6. Februar, um 19 Uhr im Bad Bevenser Kurhaus zu einer Informationsveranstaltung ein, wo genau diese Bereitschaft abgeklopft werden soll. „Wenn sich an diesem Abend nur drei Leute melden, dann hat sich das Projekt erledigt“, fasst es Buntenbach nüchtern zusammen.

Sollte es aber doch etwas werden, wünschen sich er und seine Mitstreiter, zu denen federführend auch Gabriele Meyer von der Bevenser Inklusionsbewegung und Bürgermeisterin Susanne Lühr-Peschke gehören, die Realisierung eines Bürgerbus-Angebots zur Saison 2019. Angeschafft werden würde ein Kleinbus. Mit bis zu 70 000 Euro müsse für dessen Anschaffung gerechnet werden, so Buntenbach. Eine Finanzierung könnte über Sponsoring und Spenden erfolgen. Genaues sei dazu aber noch nicht geplant.

Auch die Frage, ob man sich dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anschließe oder einen Bürgerbus als Verein betreibe, sei noch nicht beantwortet. Der Vorteil beim ÖPNV-Anschluss wäre zwar eine 75-prozentige Förderung des Vorhaben, allerdings sei man in der Gestaltung des Angebots auch nicht so flexibel. Letzteres sei der Vorteil, wenn man als Verein starte. „Dann könnte man den Bus auch mal für eine Theaterfahrt nach Lüneburg oder zu anderen Anlässen in anderen Orten nutzen“, sagt Michael Buntenbach.

BBM-Geschäftsführer Gerhard Kreutz begrüßt die Initiative des Vereins. „Es ist ein guter Gedanke und widerspricht einem Mobilitätskonzept nicht.“ Schließlich sei dessen Ziel für die unterschiedlichsten Zielgruppen unterschiedlichste Mobilitätsangebote zu schaffen. Kurzfristig, mittelfristig und langfristig.

Zuletzt hatte wiederholt die Wählergemeinschaft „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) eine zügige Erstellung des Konzepts angemahnt und auf die Bedeutung der Maßnahme für die Bevenser Bürger und für den Fremdenverkehr hingewiesen. Wie berichtet, hatte es zeitliche Verzögerungen wegen einer Antragsflut beim Leader-Programm gegeben, aus dem auch die Erarbeitung des Bevenser Mobilitätskonzepts bezuschusst wird. Inzwischen aber sei die Arbeit angelaufen, informiert Gerhard Kreutz auf AZ-Nachfrage. Zwei Unternehmen – die Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) Hannover und ihr Partnerbüro, das CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH – haben die Arbeit zum Jahresanfang aufgenommen. Bis Ende Mai soll das Konzept stehen.

Von Ines Bräutigam

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Die Infoveranstaltung 

Am Dienstag, 6. Februar, informiert der Verein „Bad Bevensen inklusiv“ über das Bürgerbus-Projekt. Interessierte sind dazu um 19 Uhr im Kurhaus willkommen. Vor allem sollen an diesem Abend schon Freiwillige gefunden werden, die das Projekt unterstützen möchten. Wer an diesem Abend verhindert ist, aber mitarbeiten möchte, kann sich unter buergerbus@bad-bevensen-inklusiv.de oder unter (0 58 21) 55 80 28 melden.

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