Die AZ stellt die Kandidaten vor

Sie wollen Bürgermeister der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf werden

+
Das Rathaus an der Bevenser Lindenstraße ist der Sitz des Samtgemeindebürgermeisters. Die Bewerber machen auch Vorschläge für die Verwaltung. 

Bevensen-Ebstorf – „Sie haben eine Stimme“, heißt es auf dem Wahlzettel. Am Sonntag haben die Bürger die Wahl.

Sie entscheiden, wer als Nachfolger von Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer für sieben Jahre die Geschicke von Bevensen-Ebstorf maßgeblich mitgestaltet. Die AZ stellt die Kandidaten Andreas Czerwinski (CDU), Martin Feller (Grüne) und Heiko Senking (UWG) noch einmal vor.

Andreas Czerwinski

Andreas Czerwinski, CDU-Bürgermeisterkandidat

Andreas Czerwinski, 41, Polizeibeamter in Führungsposition in der Hamburger Innenbehörde, lebt in Medingen, ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Den Wahlabend verbringt der CDU-Bürgermeisterkandidat, der auch von der SPD unterstützt wird, im kleinen Kreis in Bad Bevensen.

Czerwinski will der Verwaltung eine Serviceorientierung verordnen. „Ich möchte bereits kurzfristig umsetzen, dass Bürger innerhalb von 24 Stunden eine Antwort auf Anfragen von ihrer Verwaltung bekommen“, verspricht er. Bei schwierigen Fällen solle es eine Eingangsbestätigung und eine Erklärung geben, warum die Beantwortung länger dauere. „Mit einer modernen Ausrichtung der Verwaltung gewährleiste ich diesen Service“, so Czerwinski.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt er in der Mobilität. Mit Hochdruck werde er sich für eine verlässliche Lösung im öffentlichen Nahverkehr einsetzen. „Wenn Menschen einen Arzttermin haben, dann muss der auch wahrgenommen werden können“, findet Czerwinski. Dafür gebe es bereits innovative Konzepte.

Um die Kaufkraft für die Betriebe, ihre Mitarbeiter und die Gäste in der Kurstadt zu binden, müsse die Infrastruktur stimmen. Die Planung der Autobahn 39 und des dritten Bahngleises werde er deshalb konstruktiv begleiten. „Politik“, so Czerwinski, „hat an dieser Stelle einen Gestaltungsauftrag und keinen Blockadeauftrag.“ Zur Infrastruktur zählt er auch eine vorausschauende, flexible Kinderbetreuung und breite Bildungsangebote.

Martin Feller

Martin Feller, Grünen-Bürgermeisterkandidat

Martin Feller, 56, Biobauer auf dem Bevenser Schweizerhof, lebt in einer Partnerschaft und hat zwei Töchter im Alter von 14 und 17 Jahren. Der Grünen-Politiker ist ehrenamtlicher Bürgermeister in Bad Bevensen. Den Wahlabend verbringt er bei der Demokratieparty im Bevenser Vakuum.

Fellers zentrales Anliegen ist wie bereits in der Kurstadt Transparenz und Teilhabe. Auch als Samtgemeindebürgermeister möchte er Bürgerinformationen und sogenannte Sofagespräche bei Privatleuten anbieten. „Mir ist wichtig, dass ich aus politischen Prozessen informiere, mir anhöre, was die Leute dazu sagen, und überlegen, ob das in die Entscheidung einfließen kann“, erklärt Feller. Informationen sollen auch digital gegeben werden, aber nicht ausschließlich, denn auch an den Teil der Bevölkerung, der nicht online sei, müsse gedacht werden.

In der Verwaltung will der Bewerber der Grünen die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter stärken und projektbezogenes Arbeiten einführen. Das heißt, für jedes Projekt soll es einen Projektverantwortlichen geben, der das Vorhaben koordiniert und hierfür entsprechende Kompetenzen erhält. „Wenn Projekte abgearbeitet werden wie der Kurhaus-Neubau, soll er regelmäßig über die Fortschritte berichten“, erläutert der Feller seine Forderung.

Als wichtigste Aufgaben für den neuen Samtgemeindebürgermeister sieht er die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans mit Umsetzung der Kooperationen mehrerer Ortswehren sowie die Einführung der Ganztagsschule an.

Heiko Senking

Heiko Senking, UWG-Bürgermeisterkandidat

Heiko Senking, 54, aus Ebstorf, Beamter bei der Staatsanwaltschaft, ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn und eine Enkeltochter. Der UWG-Mann ist ehrenamtlicher Bürgermeister im Klosterflecken Ebstorf. Den Wahlabend erlebt er im Unteren Krug und anschließend in Kalles Ratsstuben.

„Ich bin für gestalten statt nur verwalten“, erklärt Senking seine Maxime. Auch als Samtgemeindebürgermeister wolle er keine Bürokratie, sondern Verwaltung menschlich gestalten und das menschliche Miteinander fördern.

Dabei setzt er auf Kreativität, auch in Hinsicht auf neue Herangehensweisen. „Als Samtgemeindebürgermeister werde ich Sprechstunden in Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeistern anbieten“, kündigt der Kandidat an. So könne man den Bürgern verbindlichere Antworten geben. Zudem solle es zwei Personen in der Samtgemeindeverwaltung geben, die gezielt nach Fördermöglichkeiten für Vereine und Verbände suchen. „Da können wir die Region richtig voranbringen“, glaubt Senking. „Ich brauche keine Menschen aus Hamburg, die einen Park planen.“

Die Ökologie liegt dem UWG-Politiker besonders am Herzen. „Wenn meine Enkeltochter irgendwann fragt, was hast du getan, damit es der Natur gut geht? – dann möchte ich so viel wie möglich getan haben.“ Als Samtgemeindebürgermeister wolle er dafür sorgen, dass die Umwelt für die Kinder erhalten bleibt. „Wir haben alles nur geborgt“, betont Senking.

VON GERHARD STERNITZKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare