Getötetes Reh im Bad Bevenser Freibad / Wolfsberater verurteilt Hysterie

Wolfsriss im Rosenbad?

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Auf der Liegewiese im hinteren Bereich des Rosenbads wurde das Reh gerissen. 

Bad Bevensen. Ein Wolf hat vermutlich im Rosenbad in Bad Bevensen ein Reh gerissen. Zur etwa gleichen Zeit wurde außerdem ein gerissenes Reh im Bereich der Bevenser Kläranlage, an der Medinger Mühle, gefunden.

Ergebnisse der DNA-Untersuchung, ob die Wildtierrisse tatsächlich auf das Konto eines Wolfes gehen, stehen noch aus.

Teile der Bad Bevenser Stadtpolitik schlagen jetzt wegen der Vorfälle Alarm. Wolfsberater Klaus Bullerjahn ärgert sich allerdings über derlei Hysterie und warnt vor Panikmache. „Es ist elendig, was unsere Politik da macht“, schimpft er auf AZ-Nachfrage. Und das gelte im Übrigen auch für die Politik auf Landesebene. Noch immer gebe es keine Strukturen für eine Vergrämung von Wölfen, kritisiert Bullerjahn, und noch immer gebe es vom Land Niedersachsen auch kein grünes Licht für eine Besenderung von Wölfen, um Aufschluss über deren Verhalten und Wanderbewegungen erhalten und daraus entsprechende Maßnahmen ableiten zu können.

Damit nicht genug. Auch die Weidetierhalter hätten in den vergangenen Jahren kaum etwas dazugelernt. „Ich habe in all den Jahren meiner Tätigkeit als Wolfsberater erst zwei Risse gesehen, bei denen ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden gewesen ist“, zieht Klaus Bullerjahn Bilanz.

Er glaube, dass man irgendwann Wölfe aus einer sich immer weiter vergrößernden Population entnehmen – sprich: schießen – müsse. Im Moment aber solle erst einmal eine sachliche Diskussion zu dem Thema einkehren. Das gilt vor allem für die aktuellen Fälle in Bad Bevensen. „Entweder sachlich begründet aufregen“, bittet der Wolfsberater scharf, „ansonsten einfach die Klappe halten.“

Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer mahnt ebenfalls, „keine Emotionen öffentlich zu schüren“. Die Stadt sei in Kontakt mit Bullerjahn und werde mit ihm mögliche Konsequenzen besprechen, falls sich bewahrheiten sollte, dass ein Wolf im Rosenbad gewesen ist. „Wenn“, stellt Kammer klar, „wäre es nicht gut. Und wir würden das natürlich nach Hannover kommunizieren. Die Landespolitik muss sich hier Gedanken machen."

Von Ines Bräutigam

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