Landrat erneuert bei der Kreisjägerschaft Kritik an Umweltminister Wenzel

Wolf soll mehr Scheu haben – „Es fehlt schlicht an politischem Willen“

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Laut offiziellen Schätzungen leben 80 Wölfe im Land. Sie beschäftigen auch die Kreisjägerschaft.

Bad Bevensen. Wie geht es weiter im Umgang mit dem Wolf? Das Thema dominierte auch die Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft Uelzen am Freitagabend in Bad Bevensen.

Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge wies darauf hin, dass der Mufflonbestand in der Göhrde gerade dem Wolf zum Opfer falle. Ein Versuch, die Tiere einzufangen, sei abgebrochen worden.

Offiziellen Schätzungen zufolge leben derzeit rund 80 Wölfe im Land. Die Zahl des Fallwildes – die Jäger zählten allein zehn tote Wölfe – und dazu die um 30 Prozent gestiegenen Sichtungen des grauen Jägers – deuten für die Versammlung aber darauf hin, dass es noch mehr Wölfe geben könnte.

Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer (CDU) ist überzeugt, dass man es im Landkreis mit einer auffälligen Wolfspopulation zu tun habe, „die nah an den Menschen herankommt“. Der Wolf brauche „etwas mehr Respekt vor dem Menschen.“ Gleichzeitig kritisierte er die Landesregierung, die „knickerig“ mit den Weidetierhaltern umgehe. Er forderte eine Umkehr der Beweislast bei Rissen von Weidetieren.

Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) erneuerte seine Kritik an Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). „Die Akzeptanz der Menschen für den Wolf nimmt ab“, stellte er fest. Es könne nicht sein, dass sich die Menschen in der Landschaft nicht mehr frei bewegen könnten. „Vielmehr muss der Wolf eine Scheu vor dem Menschen haben“. Er verwies auf die Resolution des Uelzener Kreistages. In dem Sieben-Punkte-Plan hatte sich der Kreistag unter anderem für die Vergrämung von Wölfen und ihre Aufnahme ins Jagdrecht eingesetzt.

Die SPD- Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann sprach sich bei den Jägern für die Entnahme von Problemwölfen aus. Sie forderte zu Überlegungen auf, ab welchen Wolfsbeständen eine Regulierung notwendig sei.

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Nikolaus Walther beklagte mangelnde Initiative der Parteien auf Bundesebene: „Es fehlt schlicht an politischem Willen.“

Von Christian Holzgreve

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