Ein bisschen China für Niedersachsen

Wirtschaftsminister Althusmann bei Dreikönigstagung des Handwerks in Bad Bevensen

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Ein Spaten als Geschenk erhielt Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (rechts) von Kreishandwerksmeister Horst Saevecke, damit der Bau der A 39 schnell beginnt. 

Bad Bevensen – Er kam zu den Handwerkern und sprach – über China. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann erzählte gestern bei der Dreikönigstagung des Handwerks in Bad Bevensen, wie er den weltweit zweitgrößten Internetversandhändler Alibaba besuchte und wie er staunte, dass die Chinesen eine 160 Kilometer lange, zwölfspurige Autobahn in nur vier Jahren bauen.

Unter dem Titel „Perspektiven für das Handwerk in Niedersachsen“ erklärte er auch, was das mit dem Landkreis Uelzen und der Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide zu tun hat.

„Was man braucht in Niedersachsen, sind schnellere Planungen, schnellere Genehmigungen und schnellere Umsetzungen“, erklärte der CDU-Politiker mit Bezug auf die A 39. Den Handwerkern, die bislang ihre Baustellen über Landes- und Bundesstraßen ansteuern, versprach er: „Die A 39 wird kommen. Sie muss kommen. Sie ist wichtig als Lebensader und Wachstumsmotor für diese Region.“

Von der Autobahn ist es nicht weit zu Niedersachsens Schlüsselbranche, der Autoindustrie. „Wie die Diesel-Debatte geführt wurde, war an Hysterie nicht mehr zu überbieten“, ärgerte sich der Minister, der auch für den VW-Konzern zuständig ist. „Wir wollen keine Dieselverbote“, stellte er klar. Für die Handwerker sei es entscheidend, dass sie ihre Baustellen erreichen könnten. Die Konzentration allein auf Elektroautos sei falsch. „Wir werden Elektroantriebe in der Stadt einsetzen, auf dem Land brauchen wir auch Gas, Brennstoffzellen und bis auf Weiteres den Diesel.“

Offene Türen lief der Minister bei den Handwerkern beim Thema Bürokratie ein. Er hatte sogar eine Zahl parat. 45 Millionen Euro im Jahr kosten bürokratische Regelungen den Mittelstand beziehungsweise das Handwerk. „Dabei wäre schon viel gewonnen, wenn EU-Recht eins zu umgesetzt würde“, meinte Althusmann und erntete für diese Aussage Applaus. Die Landesregierung hat eigens eine Stabsstelle zum Bürokratieabbau eingerichtet.

Der Wirtschaftsminister warnte die Handwerker jedoch auch davor, sich auf den derzeit vollen Auftragsbüchern auszuruhen. Jeder Betriebsinhaber müsse sich auf die Digitalisierung einstellen. Das Land fördere das mit der Digitalagentur und dem Digitalbonus. Allerdings müsse auch die nötige Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Deshalb erneuerte Althusmann seine Forderung, dass der neue Mobilfunkstandard 5 G auch auf dem Land flächendeckend angeboten werden müsse. Und lobte das Glasfaserprojekt des Landkreises Uelzen.

Bei der Meisterpflicht steht Althusmann ganz hinter der Kreishandwerkerschaft. Und er kündigte an, sich bei der Bundesregierung für die Beibehaltung der Meisterprämie einzusetzen. Notfalls werde sich das Land finanziell beteiligen.

Von Gerhard Sternitzke 

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