Falls die Geothermie kommt: Bad Bevenser entwickeln Ideen

Wirtschaft ankurbeln mit Erdwärme

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Erdwärmebohrung in Bad Bevensen? Die Machbarkeitsstudie soll Klarheit über die Möglichkeiten bringen.

Bad Bevensen. Weitere Industriegebiete, Investoren für Hotels oder anderes Gewerbe, den Tourismus- sowie Gesundheitsstandort Bad Bevensen stärken – das könnte die Bohrung nach Erdwärme für die Kurstadt bedeuten.

Darüber sind sich die Mitglieder des Bad Bevenser Vereins „Wirtschaft & Tourismus“ einig. „Wenn es etwas wird mit der Geothermie in Bad Bevensen, könnte die ganze Region profitieren“, sagt Vereinsvorsitzender Rolf Behn.

Zusammen mit Vertretern von Stadtverwaltung, Politik sowie der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung haben sich Bad Bevenser Wirtschaftstreibende über Möglichkeiten der Erdwärmenutzung schlau gemacht, auf Diskussionsveranstaltungen informiert und nun sogar verschiedene Geothermie-Standorte besucht. Unterhachingen und Erdingen standen bereits auf dem Reiseplan, nach Neustadt-Glewe geht es kommende Woche – das Ziel: Ein Blick von komplizierten Plänen in die Praxis. „Es war sehr interessant zu sehen, dass Geothermie eben kein theoretisches Konstrukt ist, sondern eine echte Möglichkeit für Bad Bevensen sein kann“, betont Mario Albrecht die Bedeutung der Vor-Ort-Besuche. „Oft stehen Standorte für Geothermie vor dem Problem, dass sie zwar die Voraussetzungen für Bohrungen erfüllen, aber die Großabnehmer fehlen. In diesem Punkt steht Bad Bevensen sehr gut da. Mit den Kliniken, der Therme und den Hotels, die die Wärme nutzen wollen, haben wir mehrere potentielle Großabnehmer, die auch noch dicht beieinander liegen. Da braucht es dann nicht viel Fantasie, weitere Pläne zu entwickeln.“ An diesen Ideen mangelt es den Unternehmern schon heute nicht. Das Gebiet um den Britzenberg könnte weiter erschlossen und die Therme um einen Bereich für Jugendliche erweitert werden. Mit bis zu 20 Prozent Energieersparnis, die mit der Nutzung von Erdwärme erreicht werden könnten, würde der Wirtschaftsstandort Bad Bevensen gestärkt. „Alle stöhnen über die Energiekosten“, betont Behn. „Wir treiben das Projekt natürlich voran, weil wir die Wirtschaft ankurbeln wollen. Aber man muss auch sehen, wir befinden uns gerade noch in der Anfangsphase.“

Derzeit laufen die Arbeiten an einer Machbarkeitsstudie, die Professor Dr. Dieter Michalzik, Experte der GeoDienste GmbH in Garbsen, durchführt. Er hatte die Bad Bevenser bereits im Vorfeld beraten sowie zusammen mit Stadtverwaltung und Wirtschaft das Projekt ins Rollen gebracht. Etwa ein Jahr wird die Studie in Anspruch nehmen. Auf der Grundlage der darin ermittelten Daten können dann konkretere Planungen für die Bohrung nach Erdwärme beginnen. Die Studie kostet rund 200 000 Euro und wird vom Land Niedersachsen komplett gefördert. Für das Gesamtprojekt sind rund 10 Millionen Euro angesetzt.

Von Wiebke Brütt

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