Brandschutzbedarfsplan: Wehren verunsichert wegen Neubauten / Gemeindebrandmeister beruhigt

„Es wird keinen Stillstand geben“

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Die Freiwillige Feuerwehr in Jelmstorf lagert im Schulungsraum (vorn) die Ausrüstung, weil im eigentlichen Feuerwehrhaus (im Hintergrund) gerade mal Platz ist für das Fahrzeug. Die Kameraden fürchten, dass ihre Forderung, diese Situation zu verbessern, wegen des neuen Brandschutzbedarfsplans im Sande verlaufen könnte.

Bad Bevensen/Ebstorf. Mit dem Brandschutzbedarfsplan (BBP) will die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ihre insgesamt 40 Feuerwehren für die Zukunft aufstellen.

Auf 132 Seiten wurde darin festgelegt, wie die Kooperation von Wehren, Investitionen in die Ausrüstung und Neubauten von Feuerwehrhäusern die Einsatzbereitschaft sichern können. Doch gerade der letztgenannte Aspekt lässt jetzt einige Feuerwehren aufhorchen. Sie sehen Projekte, die für sie eigentlich „dran“ gewesen wären, in weite Ferne rücken.

So meldete sich in der jüngsten Sitzung des Feuerschutzausschusses Jelmstorfs Ortsbrandmeister Stefan Burmester zu Wort. Er beklagte den Zustand des Feuerwehrhauses seiner Wehr, direkt an der Bundesstraße 4 gelegen. Das Einsatzfahrzeug passe nur mit Mühe und Not in die kleine Fahrzeughalle, und die Atemschutzgeräte könnten nicht im Fahrzeug bleiben, weil das Haus nicht beheizbar ist. Also müssten die Gerätschaften in einen Aufenthaltsraum gebracht werden. Im Falle eines Einsatzes gehe deswegen wertvolle Zeit verloren, weil die Feuerwehrleute erst noch ihre Ausrüstung zusammensuchen müssten.

„Ich möchte nur auf die Misere hinweisen“, sagte Burmester. Das Feuerwehrhaus sei einst aus einem Spritzenhaus hervorgegangen, und das ist mittlerweile 115 Jahre her. Die Verantwortlichen, so der Ortsbrandmeister, sollten darüber nachdenken, wenn sie künftige Neu- oder Anbauten planten.

Ausschlaggebend für Burmesters Bedenken mag ein Passus in der Stellungnahme des Gemeindebrandmeisters und seiner Stellvertreter zum BBP gewesen sein. Darin steht: Das bislang verfolgte Feuerwehr-Investitionsprogramm für die Jahre 2012 bis 2032 soll fortgeschrieben werden und parallel zum BBP Bestand haben. Außerdem sollen die Erweiterungen der Feuerwehrhäuser in Himbergen und Bad Bevensen „weiter geplant und realisiert werden“. Und: „Für die Feuerwehr Jelmstorf muss ebenfalls zeitnah eine Lösung gefunden werden.“

„Es gibt da scheinbar einen Flurfunk, der sagt: Jetzt wird nur der Pilot verfolgt, und alle anderen Projekte werden auf Eis gelegt“, vermutet der designierte Gemeindebrandmeister Sven Lühr auf AZ-Nachfrage. „Aber dem ist nicht so.“ Mit „Pilot“ meint Lühr den ersten Zusammenschluss von Wehren, wie ihn der BBP empfohlen hat: Die Kameraden aus Gollern, Röbbel und Hesebeck kooperieren künftig und erhalten ein neues Feuerwehrhaus. Danach sollen Himbergen, Klein Thondorf und Brockhimbergen-Kollendorf sich zusammenschließen und ebenfalls ein neues, gemeinsames Domizil erhalten. Für die Schwerpunktwehr Bad Bevensen sei laut BBP außerdem eine Erweiterung erforderlich. „Für die Standorte, die nicht durch eine Kooperation zu einem Neubau kommen, ist eine entsprechende Prioritätenliste zu erstellen und abzuarbeiten“, heißt es in der Bedarfsplanung.

„Es ist natürlich klar, dass die Samtgemeinde keine vier, fünf oder sechs Feuerwehrhäuser gleichzeitig bauen kann“, sagt Sven Lühr. „Aber niemand muss sich Sorgen machen, dass er hinten runter fällt. Es wird keinen Stillstand geben.“

Von Ines Bräutigam

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