„Wir ziehen das auch so durch“

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Vorsortieren muss sein: Zurzeit werden auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfs Betonteile der 51 abgerissenen Baracken geschreddert.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. 1000 Bäume wurden gerodet und deren Wurzeln aus dem Erdreich gezogen und zu Mulch gehäckselt. 51 Baracken aus den 60er Jahren wurden dem Erdboden gleich gemacht und deren unterschiedliche Baustoffe – darunter auch Asbest – geschreddert und getrennt entsorgt.

Es hat sich einiges getan auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfs am Alten Mühlenweg. Und trotzdem ist Thomas Röper, Geschäftsführer der BD Bad Bevensen Hotel und Handelsgesellschaft mbH, noch nicht so weit, wie er eigentlich sein wollte. Denn von dem zunächst gesetzten Ziel, in der ersten Hälfte dieses Jahres auf dem 48 000 Quadratmeter großen Areal 30 Ferienbungalows der gehobenen Klasse errichtet zu haben, ist er noch einige Schritte entfernt.

Vor allem die Förderbank des Landes Niedersachsen, die N-Bank, machte Röper bei seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Wie übrigens rund 130 anderen Betrieben im Landkreis Uelzen auch, wie er weiß. Denn nachdem anfangs dafür geworben worden sei, Firmen sollten sich im Rahmen des Konjunkturpakets II um Fördermittel bewerben, seien am Ende dann doch viele leer ausgegangen. Bei Röper hieß es im November letzten Jahres plötzlich, die Finanzierungsbestätigung, die er eingereicht hatte, sei „in der Form nicht ausreichend“. Sein Förderantrag wurde abgelehnt.

Thomas Röper klagt nun wegen Ungleichbehandlung gegen die N-Bank. Das Ferienressort will er aber trotzdem stemmen, auch ohne die Förderbank. „Das Projekt ist ja durchfinanziert“, sagt er.

Mit der neuen Situation gelte es aber auch neue Besonderheiten zu bedenken. Schließlich ist es etwas anderes, wenn man für ein Investitionsvolumen von etwa 15 Millionen Euro mit Zuschüssen von rund einem Drittel rechnen kann, als wenn man es ohne diese Förderung durchziehen muss. „Deswegen sagen wir uns mittlerweile: Wir sind fertig, wenn wir fertig sind“, so Röper.

Kompromisse oder ein abgespecktes Programm kommen für ihn wegen der nun ausgefallenen Förderung nicht in Frage. „Ich war selten von etwas so überzeugt wie von diesem Projekt“, sagt er, „und wir ziehen das auch so durch.“

Eine Bauvoranfrage für die Anlage mit den 30 Bungalows, die alle im Stil verschiedener Künstler eingerichtet und modern ausgestattet werden sollen, wurde bereits positiv beschieden. Nun geht es darum, die genauen Positionen der einzelnen Gebäude auf dem Grundstück festzulegen.

Parallel dazu laufen die Abräumarbeiten auf dem Gelände am Alten Mühlenweg weiter. So warten die mannshohen Berge geschredderter Wurzelstöcke der 1000 gefällten Bäume darauf, auf dem Grundstück verteilt zu werden.

Bis dahin aber müssen noch bis Ende Februar die zu Bröckchen zermahlenen Betonteile der einstigen Baracken abtransportiert werden. Anschließend beginnen die Vermessungsarbeiten, wird die notwendige Infrastruktur mit Leitungen für Wasser und Strom geschaffen. „Wir gehen davon aus, dass dann noch in diesem Jahr Baubeginn sein wird“, sagt Thomas Röper.

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