In Bad Bevensen formiert sich Widerstand gegen drittes Gleis / Verein „AGADE 21“ fordert Prüfung der A-7-Gütertrasse

Drittes Gleis: „Wir werden klagen und demonstrieren!“

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Michael Hansen (stehend) vom AGADE 21 rief die Bevenser zum Widerstand gegen die Alpha-E-Variante auf.

Bad Bevensen. „Wir werden mit allen Mitteln den Bau verzögern! Wir werden klagen und demonstrieren! Wir werden allen klar machen: Dies wird keine konfliktarme Trasse!“.

Die Botschaft Michael Hansens am Donnerstagabend auf einer öffentlichen Fraktionssitzung der „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) war unmissverständlich: Der 1. Vorsitzende des Vereins „Anwohner gegen Ausbau Deutsch Evern 21“ (AGADE 21) kündigte an, dass die Region sich gegen den Bau eines dritten oder gar vierten Bahngleises zwischen Lüneburg und Uelzen massiv auf die Hinterbeine stellen wird. Und an diesem Abend wurde deutlich: Auch viele Bevenser werden dabei mitmachen.

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Rund 60 Bürger begrüßte BfB-Fraktionsvorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka im Rosencafé zu der Veranstaltung, bei der die weiteren Themen – die Kostensteigerung für den Kurhausneubau und die Kurbahn – neben der Debatte um die sogenannte Alpha-E-Variante deutlich in den Hintergrund gerieten. Denn Michael Hansen und sein Vereinsmitstreiter Uwe Gottschalk bestätigten den Bevensern, was diese, wie berichtet, bereits seit einiger Zeit befürchten: Der Bau eines dritten Gleises werde aus ihrer Sicht den Heilbad-Status Bad Bevensens gefährden, wenn noch mehr Güterzüge durch die Stadt rauschten und jahrelanger Baulärm zu ertragen sein werde. „Das wird die Hölle auf Erden“, schwante einem Bevenser Bürger schon jetzt.

Daher die Idee des AGADE 21: eine Trennung von Güterverkehr und Personenverkehr. Während Personenzüge weiterhin auf der bestehenden Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover fahren sollten, könnte für Güterzüge entlang der Autobahn 7 eine Trasse geschaffen werden, so Michael Hansen. „Für einen ICE ist es dort zu kurvig, aber für Güterzüge geeignet.“

Die Vorteile dieser A7-Trasse lagen für die Anwesenden am Donnerstagabend auf der Hand: Es gäbe keine neue Zerschneidung der Natur, die Strecke sei 30 Kilometer kürzer als die Alpha-E-Variante und auch über das Jahr 2030 hinaus könnten dort – im Gegensatz zu Alpha E – die weiterhin zunehmenden Güterverkehre auch wirklich bewältigt werden. „Die Verantwortlichen müssen sich diese Argumente anhören und dürfen sich nicht hinter dem Votum eines Dialogforums verstecken“, appellierte Hansen. Denn in jenem Gremium habe man sich schon früh gegen Neubaustrecken und für den Ausbau von Bestandsstrecken geeinigt und „Alternativen zu Pest und Cholera nicht geprüft“. Unter anderem nicht die A-7-Trasse.

Und weil auch niemand in der Runde an die Erfüllung der Bedingungen aus dem Dialogforum glaubte – nämlich die nach einem besonderen Lärmschutz entlang der Bestandsstrecke, machten Hansen, Gottschalk und als ebenfalls Betroffene Deutsch Everns Bürgermeisterin Ulrike Walter mobil: „Die Leute aus dem Forum versuchen, uns mit diesen Bedingungen ruhig zu halten“, warnte Walter. „Aber erst wenn die Bahn vom Bund den Auftrag für diesen Lärmschutz erhält, dann baut sie ihn auch.“ Bürger und Politik müssten also entsprechend auf die Bundespolitik einwirken. Und dort auch auf die Prüfung der A7-Trasse pochen.

Von Ines Bräutigam

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