Drei Windräder sollten hier entstehen

Aus für den Windpark Hohnstorf

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Aufbau eines Windrads: Bei Hohnstorf plante die Firma WPD drei Anlagen. Weil ein Seeadler-Paar hier sein Revier hat, legt das Bremer Unternehmen das Vorhaben auf Eis.

Hohnstorf – Das Aus kam ausgerechnet, als der Weg frei schien für den Bau eines Windparks bei Hohnstorf. Da, wo die Flügel montiert werden sollten, dreht der Seeadler seine Kreise (AZ berichtete).

Drei Windräder sollten auf der 30 Hektar großen Fläche entstehen.

Mit den Landwirten hatte das Bremer Unternehmen WPD bereits Vorverträge unterzeichnet. Nachdem das Raumordnungsprogramm in Kraft getreten war, hätte nun ein Bauantrag gestellt werden können. Doch da kam der Seeadler dazwischen.

„Im Laufe jedes Verfahrens zur Standortfindung und Genehmigung von Windenergieanlagen werden innerhalb der naturschutzrechtlichen Prüfungen die Auswirkungen auf die Lebensräume und Durchzugsgebiete von Vogel- und Fledermausarten beurteilt“, erklärt WPD-Sprecherin Sarah Cramer von Clausbruch auf AZ-Anfrage. „Im Rahmen der faunistischen Untersuchung des Standortes Hohnstorf im Frühjahr dieses Jahres wurde durch einen Gutachter festgestellt, dass sich im Projektgebiet ein Seeadler angesiedelt hat. Aus diesem Grund ruht das Projekt derzeit. In den nächsten Jahren wird nichts passieren.“

Eine der Anlagen war als Bürger-Windrad geplant. Die Anwohner hätten sich daran in Form einer Genossenschaft oder von Windsparbriefen beteiligen können. Eine Rendite von 3,4 Prozent hatte ein Mitarbeiter der Firma bei einer Informationsveranstaltung in Bienenbüttel vor drei Jahren in Aussicht gestellt. „Dafür wurden aber natürlich noch keine Anteile veräußert“, stellt die Sprecherin klar.

Über den Adler freuen sich die Hohnstorfer, aber sie hatten nichts gegen das Projekt. „Windenergie ist wichtig, wenn wir dem Klimawandel entgegenwirken wollen“, betont Ortsvorsteher Matthias Sost. „Und Windräder sind weniger störend als die Autobahn.“ Der Windpark war einen Kilometer vom Dorf entfernt geplant.

Ganz abgeschrieben hat WPD den Standort noch nicht. Zunächst hat der Adlerhorst, selbst wenn das Paar weiterzieht, für drei Jahre Bestandsschutz. „Solange kann das Projekt also nicht final realisiert werden“, teilt Sarah Cramer von Clausbruch mit. „In diesem Zeitraum werden wir die Situation gutachterlich prüfen lassen.“

Windräder der Firma WPD drehen sich bereits bei Lehmke (eine Anlage) und Masendorf (sieben).

VON GERHARD STERNITZKE

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