Kita-Erweiterung: Fraktion fordert Wiederholung des Verfahrens / Stadt soll keine Fläche stellen

SPD will neue Bewerberrunde

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Der am Bad Bevenser Kindergarten geplante Anbau ist noch nicht beschlossene Sache. Jetzt hat die SPD beantragt, eine neue Bewerberrunde auszurufen – mit veränderten Kriterien.

Bad Bevensen. Bei den Plänen für eine Erweiterung des Kindergartens in Bad Bevensen gerät immer mehr Sand ins Getriebe.

Zunächst hatte die WBB/FDP-Gruppe im Bad Bevenser Stadtrat, wie berichtet, beantragt, zur aktuell vorliegenden Planung für rund 1,2 Millionen Euro einen Anbau in Modulbauweise prüfen zu lassen. Der Bauausschuss der Stadt wird sich auf seiner Sitzung am 27. Februar damit befassen. Jetzt hat auch die SPD-Fraktion einen Antrag vorgelegt. Demnach soll nun offenbar das ganze Bewerberverfahren neu aufgerollt werden.

Rückblende: Den Zuschlag für einen Erweiterungsbau hatte im Mai vergangenen Jahres die evangelische Kirche erhalten, die bereits den Kindergarten auf städtischem Grundstück an der Röntgenstraße betreibt. Acht mögliche Betreiber waren im Rahmen eines sogenannten Interessenbekundungsverfahrens (IBV) angeschrieben worden, nur einer von ihnen – nämlich die Kirche – hatte damals ein Angebot abgegeben. Zur Verwunderung mancher in Rat und Verwaltung. Insidern zufolge habe es aber durch die Tatsache, dass die Stadt ihr Grundstück für einen Anbau am kirchlichen Kindergarten zur Verfügung gestellt hatte, eine Unwucht in der Bewertung der Entscheidungskriterien gegeben.

Worauf genau der aktuelle Antrag der SPD-Fraktion abzielt, dazu möchte deren Vorsitzender Hans-Peter Hellmanzik gestern auf AZ-Nachfrage wegen der noch laufenden Beratungen keine Stellung nehmen. Er bestätigt lediglich, dass man sich ein neues IBV wünsche. Nach AZ-Informationen soll bei dieser erneuten Suche nach einem Betreiber von zwei zusätzlichen Kindergartengruppen in Bad Bevensen von Anfang an ausgeschlossen werden, dass die Stadt dafür eine Fläche zur Verfügung stellt.

Eine Mutter aus der Zuhörerschaft tat am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport ihren Unmut über das Hin und Her kund. Zusätzliche Betreuungsplätze würden dringend benötigt, betonte sie. Und bei allen Diskussionen komme ihr viel zu kurz, dass bei den 1,2 Millionen Euro für einen Anbau am Kindergarten auch die Kosten für eine Modernisierung des bestehenden Gebäudes enthalten seien. Etwa 200 000 Euro entfallen laut den Planungen auf letzteren Bereich. Wie berichtet, war die ursprüngliche Kalkulation der Kirche mit 980 000 Euro auf besagte 1,2 Millionen Euro gestiegen. Hauptursache dafür: Das städtische Gelände, auf dem der Kindergartenanbau vorgesehen wurde, ist wegen seiner Topografie und des Baumbestands schwierig zu beplanen.

Der Verwaltungausschuss, der grundsätzlich nichtöffentlich tagt, soll sich nun in seiner nächsten Sitzung am 16. März mit dem Antrag der SPD-Fraktion befassen. Die bis dahin ungewisse Situation hatte am Mittwochabend bereits Auswirkungen auf den Haushaltsplan des evangelischen Kindergartens: Bevor die Ausschussmitglieder grünes Licht für das Zahlenwerk gaben, strichen sie die 30 zusätzlichen Stunden für Fachpersonal, die darin für die beiden neuen Gruppen vorgesehen waren.

Von Ines Bräutigam

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