Landkreis fordert Ausschreibung

DRK will in Bevensen Container aufstellen: Kindergarten-Pläne in Gefahr

+
Der DRK-Kindergarten Ilmenauufer ist Vorbild für die neue Kita in Bevensen, hier mit Fachbereichsleiterin Katrin v. Campe. Zunächst sollen Container aufgestellt werden. Nun steht der Starttermin in Frage.

Bad Bevensen – Wohin mit den Kleinen? Im April wurde eine Lösung für 65 Bevenser Kinder gefunden, für die im evangelischen Kita-Zentrum kein Platz mehr wäre.

Der DRK-Kreisverband will an der Villa im Park 23 Mietcontainer aufstellen – Raum genug für zwei Kindergarten- und eine Krippengruppe zum neuen Kindergartenjahr.

Auch die Finanzierung mit 400 000 Euro für das aktuelle Jahr wie die Brandschutz- und Denkmalschutzfragen waren geklärt – doch nun steht die neue Kita wieder in Frage.

Der Grund: Das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Uelzen fordert eine europaweite Ausschreibung des Vorhabens. „Für öffentliche Aufträge zur Erbringung sozialer Dienstleistungen gilt ein Schwellenwert von derzeit 750 000 Euro netto, der überschritten wird. Somit ist eine europaweite Ausschreibung vorzunehmen“, teilt Kreis-Sprecherin Dr. Julia Baumgarten auf AZ-Anfrage mit. Gemeint ist der Gesamtauftrag, der auch den Bau der neuen Kita umfasst.

Die Kurstadt hat einen anderen Weg gewählt. Sie hat sieben freie Träger aus der Region angeschrieben. Interessenbekundungsverfahren ist der Fachbegriff. Und beim Anbau für das evangelische Kita-Zentrum wurde dieses Verfahren offenbar auch nicht beanstandet. Das DRK hat als einziger Träger ein Angebot gemacht, das die Stadt aber überzeugte. Es betreibt die Kita, organisiert den Aufbau der Container als Übergangslösung und lässt ein Gebäude auf dem Gelände der Villa im Park errichten. Vorbild ist die Kita Ilmenauufer in Uelzen.

Ob der Einwand des Rechnungsprüfungsamtes stichhaltig ist, wird nun das Innenministerium in Hannover entscheiden. Der Landkreis, der als Träger der Jugendhilfe selbst betroffen ist, hat den Vorgang dem Land zur kommunalrechtlichen Prüfung vorgelegt.

Noch hofft die Stadt auf eine Ausnahmeregelung. „Wenn der Zeitverzug nur von außen eingetreten ist, gibt es eine Ausnahmeregelung, das heißt, der Zeitverzug darf nicht selbst verschuldet worden sein“, erklärt Julia Baumgarten. Die Stadt macht unter anderem die überstürzte Einführung der Beitragsfreiheit für die Notsituation verantwortlich.

Das Ministerium macht derzeit unter Verweis auf die laufende Prüfung keine Angaben. Gibt es grünes Licht aus Hannover, dann legen das DRK, die Containerfirma und die Stadtverwaltung los. „Dann können wir den Eltern endlich konkrete Aussagen machen“, sagt Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer. Die Zeit drängt, denn die Eltern der betroffenen Kinder wollen zumindest planen können, wie die Kinderbetreuung nach dem Sommer aussehen wird. Bei einer zeitnahen Entscheidung könnten die Kindergarten-Container zum 1. September betriebsbereit sein, teilt die Stadt mit.

VON GERHARD STERNITZKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare