Kurhaus-Neubau: Kein Architekt erfüllt Voraussetzungen / Stadt kassiert Rüge

Wettbewerb gescheitert

Vor allem energetisch ist das Kurhaus aus den 70er Jahren nicht mehr auf dem neusten Stand. Nach dem erfolglosen Architektenwettstreit stellt sich wieder die Frage: Sanierung oder Neubau? Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. „Wir erklären den Wettbewerb für gescheitert“, schließt Bad Bevensens Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer ein für die Kurstadt unerfreuliches Kapitel – vorerst zumindest.

Laut eines unabhängigen Gutachtens hält keiner der Architekten den Kostenrahmen ein, den die Stadt Bad Bevensen für einen Kurhaus-Neubau gesetzt hatte. Die Stadt hat für den Wettbewerb knapp 90 000 Euro ausgegeben.

Ende 2010 hatte die Stadt Bad Bevensen den Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, um die beste Variante für einen möglichen Kurhausneubau zu finden (die AZ berichtete). Da der prämierte Sieger-Entwurf den vorgegebenen Kostenrahmen von 5,5 Millionen Euro nicht eingehalten hatte, wurde ein Alternativ-Entwurf zur Förderung bei der N-Bank eingereicht. Ein Vorgehen, gegen das der zuerst Prämierte bei der Vergabekammer Einspruch eingelegt hatte – und auch Recht bekam. Die Kurstadt wurde gerügt, das Verfahren wieder aufgerollt.

„Es wurden dann Verhandlungen mit drei Preisträgern geführt, die in ihren Planungen bisher auch zu teuer waren“, erklärt Kammer. Bei einem Architekten war schnell klar, dass er den Kostenrahmen übersteigen werde. Die anderen beiden Kandidaten versicherten, dass sie die 5,5 Millionen einhalten würden. „Allerdings mit erheblichen Änderungen im Vergleich zu den Entwürfen, die sie bisher eingereicht hatten“, betont der Stadtdirektor. Eine unabhängige Prüfung habe inzwischen allerdings ergeben, dass auch die beiden letzten Kandidaten den Kostenrahmen nicht einhalten und damit den Rahmenbedingungen des Wettbewerbs nicht entsprechen – ein Fazit, das einer der Architekten anzweifelt. Kammer: „Es bleibt zu klären, ob das nochmal ein Fall für die Vergabekammer ist.“

Fest steht: Keiner der Wettbewerbsteilnehmer bekommt den Auftrag und der Stadt sitzt die Zeit im Nacken. Denn Fördergelder können für den Neubau nur noch im Jahr 2013 eingeworben werden – alle Abrechnungen müssen bis 2015 abgeschlossen sein. „Wir müssen uns schnell überlegen, was wir machen“, mahnt Stadtdirektor Kammer.

Ein zweiter Architektenwettbewerb kommt für den Verwaltungschef nicht in Frage: „Obwohl die Stadt Bauherr wäre, wären wir an die Entscheidung einer Jury gebunden“, begründet er. Ihm schweben drei Vari-anten vor: Die Stadt Bad Bevensen könnte sich – unabhängig von einem Wettbewerb – Planungsentwürfe für einen Neubau einholen. Das Bauvorhaben müsste europaweit ausgeschrieben werden, weil es die Schwelle von 200 000 Euro überschreitet. Auch möglich: Die Umsetzung des Neubaus mit privaten Partnern (PPP-Projekt). Kammer: „Wir werden uns noch vor den Sommerferien mit dem Verwaltungsausschuss ein Projekt in Bad Rothenfelde anschauen. Dort wird eine Therme auf diese Weise umgesetzt.“ Und auch die Sanierung des Kurhauses ist für Kammer noch im Spiel. Diese würde rund 4,2 Millionen Euro kosten, aber nicht gefördert werden.

Das Bad Bevenser Kurhaus stammt aus den 70er Jahren und erfüllt nicht mehr die Ansprüche an heutige Technik- und Energiestandards.

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