„Drei Tage sind zu viel“

Wenige Stände auf dem Bad Bevenser Wochenmarkt: Konzept ist in Arbeit

Am Stand des Obsthofs Barum dominieren jetzt die Pflaumen. Seniorchef Helmut Reinhart und Mitarbeiterin Ursula Sielke sind für die Kunden da.
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Am Stand des Obsthofs Barum dominieren jetzt die Pflaumen. Seniorchef Helmut Reinhart und Mitarbeiterin Ursula Sielke sind für die Kunden da.

Bad Bevensen – Wo ist denn hier der Wochenmarkt? Dreimal in der Woche ist er auf dem Bevenser Kirchplatz angesetzt, aber am Mittwoch finden sich dort lediglich ein Blumenstand und ein Imker. Einen Steinwurf entfernt gibt es Obst, das war’s.

Sonnabends ist das Angebot ähnlich mau. Einzig am Freitag gibt es auch Käse und Fisch, Biogemüse und einen Bäcker.

Die Kurstadt will das Angebot verbessern. Im März gab es dazu eine Kundenbefragung (AZ berichtete). Die Ergebnisse sowie ein Konzept zur Belebung des Wochenmarkts wird die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) demnächst im Stadtrat vorstellen, kündigt Geschäftsführer Gerhard Kreutz mit. Die AZ hat sich vorab gestern bei Besuchern umgehört.

Am Stand des Obsthofs Barum herrscht durchaus Betrieb. In der Beerensaison ist er sogar täglich außer sonntags geöffnet, jetzt geht es jeweils am Mittwoch los. Man kennt sich. „Sie sind mein Lieblingskunde“, sagt Verkäuferin Ursula Sielke und füllt eine Tüte prall mit Zwetschgen. Einen flotten Schnack haben die Marktbeschicker immer auf den Lippen. Ein Leinenbeutel reißt unter dem Gewicht der dicken Pflaumen. Seniorchef Helmut Reinhart hilft mit einer Tüte aus und findet im Nu eine andere Kundin, die den Einkauf der älteren Dame auf dem Fahrrad bis zum Taxi mitnimmt.

„Klein und gemütlich“, findet Neubürgerin Christa Dettloff (85) den Wochenmarkt. „Eigentlich gefällt mir der Markt. Aber es wäre schön, wenn die Stände regelmäßig da wären“, sagt Kundin Alrun Wreimeier. „Man muss sich das merken und den Einkaufsplan danach ausrichten“, erzählt die 77-Jährige. Das schwankende Angebot und insgesamt zu wenige Stände beklagt auch Paul Philipp, der dennoch gern hier einkauft. „Ich würde mir wünschen, dass das Angebot ein bisschen regionaler wird und nicht nur das, was es im Supermarkt gibt.“ Die Stadt sollte an einem kostenfreien Stand auch kleineren Anbietern eine Chance geben, schlägt der 36-Jährige Bevenser vor.

Ginge es nach Marktbeschicker Reinhart, dann würde der Wochenmarkt auf zwei Tage beschränkt. „Drei Tage sind zu viel, weil die Kundschaft das nicht hergibt“, meint der 66-Jährige. Und die Konkurrenz der Supermärkte und der anderen Wochenmärkte sei groß. Mit dem Obststand sei er aber unabhängig.

Bei der BBM sind die Probleme des Markts bekannt. In der Befragung habe man bewusst auch Menschen angesprochen, die bislang nicht zu den Kunden gehören, betont Geschäftsführer Gerhard Kreutz. „Ziel ist, dass der Wochenmarkt wieder zum Treffpunkt wird. VON GERHARD STERNITZKE

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