Wecker klingeln später

Etwas länger schlafen: Pastorin Susanne Hallwaß (links) und Gisela Jenckel-Paulini begrüßen die Gemeindemitglieder künftig erst um 11 Uhr.

Ebstorf/Barum/Natendorf - Von Wiebke Brütt. Etwas länger schlafen dürfen ab dem 10. Oktober die Mitglieder der Kirchengemeinde Barum-Natendorf. Denn in ihren beiden Kirchen beginnt der Gottesdienst künftig erst um 11 Uhr statt wie gehabt um 9.30 Uhr. Grund dafür ist nicht etwa, dass ihre junge Pastorin Susanne Hallwaß eine Langschläferin wäre – nein, schlichtweg Organisatorisches führte zu dieser Entscheidung. „Die Gottesdienste bilden einen Schwerpunkt der Gemeinde Barum-Natendorf. Es ist uns sehr wichtig, dass auch weiterhin jeden Sonntag Gottesdienste bei uns stattfinden. Trotz der Stellenkürzung“, sagt Susanne Hallwaß.

Denn Susanne Hallwaß hat am 1. Februar eine Pfarrstelle angetreten, die zur Hälfte für Barum-Natendorf und zur anderen Hälfte für Ebstorf ausgeschrieben war. Die junge Pastorin betreut somit zwei Gemeinden, mit drei Kirchen. Damit alle Gemeinden zu ihrem „Recht“ und damit auch in den Genuss ihrer Pastorin kommen, nun die neue Taktung.

Praktisch wird es dann so aussehen, dass im Regelfall Susanne Hallwaß und Ebstorfs Pastorin Anne Stucke im Wechsel sonntags zwei Gottesdienste halten: Um 9.30 Uhr in Ebstorf und um 11 Uhr in Barum oder Natendorf. „Ich denke, dass ist aber nichts Negatives. Ich habe während meines Praktikums in Rumänien zwei bis drei Gottesdienste an einem Sonntag hintereinander gehalten. Man wird dabei viel freier und kann noch besser auf die Gemeinde eingehen“, sagt Pastorin Hallwaß. „Auf lange Sicht ist es denkbar, dass ein späterer Gottesdienst auch mit einem gemeinsamen Frühstück im Gemeindehaus oder einer Suppe hinterher verbunden werden könnte“, wagt sie bereits einen Blick in die Zukunft. „Im Grunde können ja auch Gemeindemitglieder mal einen Sonntag in Ebstorf zur Kirche gehen und umgekehrt, wenn es zeitlich besser passt“, hebt Gisela Jenckel-Paulini, Vorsitzende des Kirchenvorstandes Barum, eine neue Möglichkeit hervor.

Das neue Modell soll zunächst bis Ende des Jahres getestet werden. Bis dahin wollen Kirchenvorstand und Pastorin weiter – zum Teil auch gemeinsam mit einer externen Gemeindeberatung aus Hannover – über Strukturänderungen und neue Aktionen nachdenken. So sollen beispielsweise „besondere Themengottesdienste“ wie der Sportgottesdienst am vergangenen Sonntag ihren Platz im Gemeindeleben finden. „Wichtig ist dabei, dass wir alle an einem Strang ziehen“, appellierte Gisela Jenckel-Paulini. „Es ist wichtig, dass wir Gemeindemitglieder uns auch einbringen und unsere Pastoren dadurch entlasten. Ich sehe es auch als unsere Pflicht, dass sich unsere junge Pastorin Susanne Hallwaß nicht aufreibt. Sie hat viele Ideen – aber für die Umsetzung braucht sie auch Mitstreiter.“

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