Das Wasser tröpfelte nur noch

Spitzenverbrauch brachte Versorgung rund um Himbergen teilweise zum Erliegen

Pferde stehen Kopf an Kopf an einer kleinen Pferdetränke, um ihren Durst zu stillen.
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Pferde an der Tränke: Wegen Druckschwankungen im Netz konnten Tierhalter rund um Himbergen ihre Schützlinge jeweils mehrere Stunden lang nicht mit Wasser versorgen.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Rund um Himbergen gab es jetzt Probleme bei der Wasserversorgung. Stundenlang waren die Haushalte ohne Wasser - besonders schlimm für die Pferdehalter.

Himbergen/Höver – Die erste Hitzewelle des Jahres ist überstanden. Temperaturen weit über 30 Grad wurden zur Belastungsprobe für Mensch und Tier. Was aber, wenn aus dem Wasserhahn, aus der Dusche kaum noch ein Tropfen Wasser kommt? Drei Tage lang, von Mittwoch bis Freitag mussten die Haushalte rund um Himbergen abends mehrere Stunden ohne Wasser auskommen. „In der oberen Etage ging gar nichts, unten tröpfelte es“, berichtet Katharina von Stern aus Groß Thondorf. Das Schlimmste: Auch die Pferde konnten zwei, drei Stunden nicht getränkt werden.

Gartenbewässerung bringt Versorgung an ihre Grenzen

„In der vergangenen Woche hat es in den Abendstunden wiederholt Druckschwankungen im Bereich Himbergen gegeben“, bestätigt Thomas Hans, Sprecher von Celle-Uelzen-Netz (CUN). „Hauptursache dafür waren die sehr hohen Abnahmen in vielen Orten im Landkreis, begründet unter anderem durch die Gartenbewässerung.“ Am Freitagabend brach dann auch noch ein Rohr im Bereich Höver. Verursacher sei eine Fremdfirma gewesen. „Im direkten Umfeld hat das die Situation kurzzeitig noch verschärft“, so Hans.

Das Grundproblem bleibt. „An vielen Stellen werden immer in den Abendstunden zeitgleich Beete und Rasenflächen bewässert“, erklärt der Sprecher. „Das sorgt für eine außergewöhnliche Spitzenlast im Netz, die vorwiegend am Ende des Trinkwassernetzes zu einem spürbaren Druckabfall führen kann.“

Die Schwankungen der vergangenen Woche habe das Unternehmen registriert und die Anlagen eingestellt. Bei der Netzleitstelle seien allerdings keine Störungen gemeldet worden, betont Hans. „Somit gehen wir im Moment davon aus, dass es nur sehr vereinzelt und lokal begrenzt zu tatsächlichen Problemen gekommen sein kann.“ Es sei wichtig, dass Kunden Probleme auch melden. „Das hilft dabei, mögliche Fehlerquellen einzugrenzen“, so Hans. Katharina von Stern kritisiert, die CUN sei nicht erreichbar gewesen. Unter der 0800er-Notfallnummer habe sie später einen Mitarbeiter gesprochen.

Gärten sollen möglichst frühmorgens bewässert werden

Ausfälle wie in der vergangenen Woche zeigen, dass der Klimawandel zunehmend zum Stresstest für die Wasserversorgung wird, obwohl die Pumpverwerke und Leitungen laut Hans den Anforderungen gewachsen sind. Allerdings sei die Förderung von Rohwasser in der Regel beschränkt. „Die grundsätzliche Gefahr von Druckschwankungen wird aber systembedingt immer bestehen bleiben, wenn an heißen Tagen zum Beispiel alle Gärten zeitgleich bewässert werden“, stellt der CUN-Sprecher klar. Der Spitzenwert liegt nach Feierabend zwischen 19 und 21 Uhr. „Es kann helfen, die Bewässerung zumindest teilweise in die frühen Morgenstunden zu verlagern.“

30 000 Kubikmeter waren der Spitzenverbrauch am 18. Juni

An einem Durchschnittstag im Sommer (1. Juni 2021) werden im Kreisgebiet ohne Uelzen 20 000 Kubikmeter Wasser verbraucht, am bisherigen Spitzentag des Jahres (18. Juni) waren es 30 000. Schon wird diskutiert, wer den Vorrang hat, wenn das Wasser knapp wird. Einzelne Kommunen haben im vorigen Jahr das Wässern von Rasen untersagt.

Celle-Uelzen-Netz sieht dazu derzeit keine Veranlassung, gibt Hans Entwarnung. „Wenn Hitzeperioden länger anhalten, weisen wir lediglich verstärkt auf den möglichst sparsamen Umgang mit Trinkwasser hin.“ Die Trinkwasserversorgung sei jederzeit gewährleistet.

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