38. Jastorfer Neujahrsfußball auf aufgeweichtem Rasen / Im Schlafanzug dem Ball entgegen

Wasserbett-Ballett mit rundem Leder

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Im Overall dem Ball entgegen ...

Jastorf. Eigentlich wäre es schon das 40. Spiel gewesen. Diese heldenhafte Aufstellung von Verheirateten gegen Junggesellen am Neujahrstagmorgen, die der TSV Jastorf einst ins Leben rief.

Aber im Jahr 1979 und 2011 fiel der Spaß den meteorologischen Widrigkeiten, die meterhoher Schnee hießen, zum Opfer. Ansonsten aber kämpften die Mannschaften mit mehr oder weniger Restalkohol und dem Ball; nie verbissen, aber mit Ehrgeiz und in jedem Falle mit einem flotten Spruch auf den Lippen um ihren Sieg.

So auch gestern beim 38. Spiel, das zwar mit erheblicher Verspätung begann, aber nach den Entzugserscheinungen wegen des Ausfalls vor einem Jahr, ein sehr fröhliches war. „Matze, mach das Ding rein“, schallte es über den Platz. Die Antwort, entrüstet: „Aber doch nicht mit dem Kopp!“ Der Zusatz jedoch ist erwägende Ergänzung: „Obwohl der heute breit genug ist.“ So geht es über zwei Halbzeiten und jeder, der dabei ist, bekommt gute Laune und einen somit fröhlichen Start ins neue Jahr.

„Das einmal zu organisieren ist ja einfach“, ist sich Gert Müller, der Vorsitzende des TSV, wie fast in jedem Jahr sicher. „Aber es durchzuhalten.“ Und man hört den Stolz auf die lange Laufzeit. Auch Schiedsrichter Gerd Homeyer ist schon ewig dabei. Am längsten aber, wenn auch jetzt nur noch als Zuschauer, ist Helmut Scharnhop dem TSV verbunden. Im Jahr 1928 trat er mit sechs Jahren ein und spielte immer Fußball. Jetzt steht er, der in diesem Jahr 90 wird, am Feldrand.

Kommentare darf in Jastorf jeder abgegeben, auf dem Platz und außerhalb. Die gelbe und rote Karte des Unparteiischen sind zwar keine Attrappen, aber er würde sie wohl nie einsetzen. Sonst hätte er viel zu tun. Bei einem Tormann mit Bierflasche am Pfosten und ganz viel schauspielerischen Leistungen der Spieler vor allem im Strafraum!

Ausgegangen ist das Ganze gestern wie folgt: Nach der regulären Spielzeit stand es unentschieden sieben zu sieben. Weil aber bei den speziellen Jastorfer Regeln jeder Akteur beim Elfmeter-Schießen an den Ball darf, gewannen letztlich die Verheirateten mit 13 zu elf.

Von Barbara Kaiser

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