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Bevensen-Ebstorf: Bürgermeister unterstützt Resolution gegen Alpha-E

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Von: Gerhard Sternitzke

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Bei dem Treffen, bei dem hauptsächlich Befürworter der Alpha-E-Strecke anwesend waren, stellte Landrat Jens Böther die Position des Landkreises Lüneburg dar.
Bad Bevensens Stadtdirektor Martin Feller warnt vor der Belastung der Anwohner durch den Bau eines dritten Gleises. © dpa/Oliver Berg

Die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf lehnt Neubauten von Bahnstrecken ab. Samtgemeindebürgermeister Martin Feller unterstützt eine dem widersprechende Lüneburger Resolution. Warum, erklärt er auf AZ-Nachfrage. 

Bevensen-Ebstorf - „Wir akzeptieren jedes Ergebnis, welches in einem fachlich fundierten und rechtlich abgesicherten Verfahren gefunden wird. Unsere Region ist bereit, ihren Beitrag zum Ausbau der Schieneninfrastruktur zu leisten.“

Die Worte der Lüneburger Bahn-Resolution an Bundesverkehrsminister Volker Wissing lassen aufhorchen – erst recht, weil sie auch von Bevensens Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne) und vom Jelmstorfer Bürgermeister Markus Krug (UWG) unterzeichnet wurde. Der Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf hatte sich dagegen im August für den Ausbau der Bestandsstrecke und gegen jedwede Neubaustrecke durch die Lüneburger Heide ausgesprochen.

An der Stellungnahme wird erneut der Interessen-gegensatz zwischen Samtgemeinde und Kurstadt deutlich. Er habe als Stadtdirektor unterschrieben, erklärt Feller auf AZ-Nachfrage und verweist auf eine weiterhin gültige Bevenser Resolution gegen den Bestandsstreckenausbau unter der Bezeichnung Alpha-E. Der Stadtrat hatte ein ordnungsgemäßes Raumordnungsverfahren gefordert – so steht es auch in dem Lüneburger Papier – und sich für eine Streckenführung entlang der Autobahn 7 ausgesprochen.

Man wolle keine Neubaustrecke durch die freie Landschaft, sondern eine Bündelung der Trasse mit der Autobahn. „Bei einem dritten Gleis durch Bad Bevensen gibt es massive Eingriffe“, warnt Feller. „Die Bahn hat in der gläsernen Werkstatt zudem deutlich gemacht, dass auch ein dreigleisiger Ausbau nicht ausreicht.“ Statt einer 50-prozentigen Kapazitätserhöhung könnten nur 30 Prozent mehr Verkehr abgewickelt werden. Zusätzliche Überholgleise würden den Bestandsausbau verteuern.

Solange Stadt- und Samtgemeinderat unterschiedliche Positionen vertreten, muss Feller den Zwiespalt aushalten. Als Samtgemeindedirektor habe er in Soltau eine Resolution für einen dreigleisigen Ausbau der Bestandsstrecke unterschrieben. „Eine Betroffenheit von Menschen gibt es immer. Das ist bei Infrastrukturprojekten so“, räumt Feller ein.

Einen wirklichen Widerspruch sieht er jedoch nicht. „Die wahrscheinlichste Variante, die realisiert wird, ist an der A 7“, ist Feller überzeugt. Sie weise den besten Kosten-Nutzen-Faktor auf. Laut Deutscher Bahn sei das dritte Gleis extrem schwierig und aufgrund der Bebauung teilweise gar nicht umzusetzen. Um es zu bauen, könnte nur ein Gleis verbleiben, zwei Gleise müssten neu verlegt werden. „Das ist extrem teuer und führt zu baulichen Belastungen. Das wird die Stadt und ihre Bewohner auf zehn Jahre belasten“, betont der Stadtdirektor.

Die Lüneburger Resolution mahnt auch, neue Bahnstrecken nicht komplett zu blockieren: „Die richtige Lösung darf nicht kurzfristigen politischen Erwägungen geopfert werden. Dafür lässt der fortschreitende Klimawandel keine Zeit.“ Dass Bad Bevensen vom überregionalen Zugverkehr abgekoppelt wird, sei dagegen nicht zu erwarten. „Der ICE wird immer da fahren, wo die Fahrgäste sind“, ist Feller überzeugt. Mit den Bahnplänen wird sich auch der Stadtrat noch einmal befassen. Die BfB hat eine neuerliche Resolution gegen den Ausbau der Bestandsstrecke beantragt, die sich auch gegen mögliche Ortsumfahrungen richtet.

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