Jelmstorferin Cordula Kellner päppelt junge, kranke und untergewichtige Igel wieder bei sich auf

Warmes Nest für stachlige Freunde

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Dieser Igel ist nur einer von 42 stacheligen Freunden, denen Cordula Kellner im Jahr 2016 geholfen hat. Ihre Zuwendung gilt den jungen, kleinen, untergewichtigen, kranken und verletzten Tieren, die im Frühjahr wieder ausgewildert werden.

Jelmstorf. Drei Dinge fallen sofort beim Betreten von Cordula Kellners Wohnzimmer auf: Es ist sehr warm, gleich mehrere große Pappkartons stehen herum, und auf einem Tisch liegt ein Buch mit eingetragenen Werten.

„In den Kartons sind Igel, die ein zu geringes Gewicht haben, um den Winter zu überleben“, erklärt die blonde Frau. Es wird genau aufgeschrieben, wie viel sie essen, gegen welche Würmer sie entwurmt werden, welche Krankheiten sie haben, wie viel sie wiegen und jede weitere Veränderung. “.

Cordula Kellner hat im vergangenen Jahr 42 Igeln geholfen.

Igel stehen auf der roten Liste gefährdeter Tiere. Etwa 1,5 Millionen sterben durch die Landwirtschaft – deren Gerätschaften, Schneidemaschinen und Gifte. Etwa eine weitere Million kommt auf Deutschlands Straßen zu Tode. Cordula Kellner will den Igeln helfen. Sie ist ein wandelndes Fachbuch über Igel und eine absolute Igel-Liebhaberin. Seit sechs Jahren lebt sie mit ihrer Familie in der bewaldeten Klaepenheide bei Jelmstorf. Das Kümmern um Igel hat sich seit mehreren Jahren zur zeitraubenden, verantwortungsvollen und kostspieligen Aufgabe entwickelt. „Hier im Garten habe ich eine überdachte Futterstelle und Tränke für Igel. Manchmal tummeln sich im Sommer zwischen 30 und 40 Igel zu einem eindrucksvollen Meeting“, berichtet Cordula Kellner. Wo sonst ihr Auto in der Garage steht, finden sich jetzt mehrere Überwinterungsboxen. Unter Toiletten-und Zeitungspapier gekuschelt überwintern sie hier sicher.

Cordula Kellners Zuwendung gilt zu jungen, kleinen, untergewichtigen, kranken und verletzten Igeln. Ihre Kompetenz hat sich mittlerweile herumgesprochen. Unterstützung bekommt Cordula Kellner vom Tierarzt. Die „Igelflüsterin“ weiß genau, was ihre Igel brauchen. „Sie sind alle unterschiedlich im Charakter“, weiß sie. Damit Pippse, Puppse, Champion und all die anderen Freunde an Gewicht gewinnen, ist eine entsprechende Kost nötig. Rohproteine, kombiniertes Katzen- und Welpenfutter in Verbindung mit Trockenfutter gehören dazu. Maiskeimöl, Wasser und – bei Bedarf – Fencheltee werden untergemischt.

Im letzten Jahr hat Cordula Kellner 42 Igeln geholfen.„Gerade 2016 haben die Männchen und Weibchen früh ihre Nester gebaut und sich zurückgezogen. Da waren die Kleinen noch nicht so weit“, erklärt Cordula Kellner. „Daher sind viele unterernährt und krank“. Das Päppeln mit Futter, Medizin, Impfungen und derlei kostet drei Euro pro Tag. Cordula Kellner ist über jede Unterstützung dankbar. Info: (0 58 21) 9 69 68 94).

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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