Bevenser Familienausschuss empfiehlt: DRK-Einrichtung wird mit acht Kindern weiter betrieben

Der Waldkindergarten soll bleiben

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Der Waldkindergarten soll eine Zukunft haben – das haben die Mitglieder des Bevenser Familienausschusses jetzt einstimmig entschieden. Das letzte Wort dazu hat der Verwaltungsausschuss.

Bad Bevensen. Der Waldkindergarten ist so gut wie gerettet. In seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Ausschuss für Familie, Jugend und Sport der Stadt Bad Bevensen einstimmig empfohlen, die Einrichtung mit ihrem Bauwagen im Waldgebiet „Sandschellen“ weiter zu betreiben.

Das letzte Wort in dieser Sache hat der Verwaltungsausschuss (VA), der am 4. Mai tagen wird.

Wie berichtet, stand die Zukunft das Waldkindergartens auf der Kippe, weil dort zu wenig Kinder angemeldet worden sind. Inzwischen stehen acht Jungen und Mädchen auf der Liste. Ein weiteres Kind wird wohl ab März 2018 hinzu kommen. Da Peter Vogt vom DRK-Kreisverband, der den Bad Bevenser Waldkindergarten betreibt, jüngst vorgerechnet hatte, dass die Gruppe wirtschaftlich zu betreiben wäre, wenn sie zehn Kinder zählt, hielten die Ausschussmitglieder einen Fortbestand für gerechtfertigt.

Doch auch mit einer anderen Problematik hatten sich die Politiker an diesem Abend auseinanderzusetzen: Jene acht im Waldkindergarten angemeldeten Kinder hätten auch nirgendwo anders untergebracht werden können. Fast alle Kindergärten der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sind komplett belegt. Diejenigen, die es nicht sind, müssen Puffer für unvorhersehbaren Bedarf, beispielsweise durch Zuzüge oder Kinder, die bei der Schuleignungsprüfung zurückgestellt werden, bereit halten. Schließlich habe jedes Kind ab dem ersten Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, betonte Bad Bevensen Kindergartenleiterin Birgit Waltje in diesem Zusammenhang. „Dafür müssen Sie sorgen“, sagte sie den Ausschussmitgliedern.

Wie genau man diesem Anspruch gerecht werden kann, darüber zerbrechen sich manche Fraktionen und Gruppen des Stadtrats offensichtlich schon den Kopf. Wegen der schwierigen Vorhersehbarkeit des Bedarfs an Betreuungsplätzen, der sich vor allem auf Erfahrungswerte beziehe, wie Birgit Waltje erläuterte, und ein generell sehr komplexes Vergabeverfahren, sei es da schwierig, Entscheidungen zu finden, räumte die Ausschussvorsitzende Corina Großmann (WBB) ein.

Eine Entscheidung jedoch, die traf der Ausschuss noch: Er lehnte den Antrag der SPD-Fraktion auf Durchführung einer neuen Bewerberrunde für eine Erweiterung des Kindergartenangebots in Bad Bevensen ab. Zuvor hatte bereits der VA diesen Antrag abgelehnt (AZ berichtete ausführlich). Die Planungen für den Kindergarten-Anbau an der Röntgenstraße sollen demnach also zügig weitergeführt werden. Rund 1,2 Millionen Euro sind dafür vorgesehen – inklusive Instandsetzung des vorhandenen Gebäudes. Betriebsstart wird wohl der 1. August 2018 sein.

Was das Kopfzerbrechen über ausreichende Betreuungskapazitäten in der Kurstadt betrifft, schrieb Tanja Christensen vom Fachbereich Ordnungswesen bei der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf den Ausschussmitgliedern eines ganz deutlich ins Stammbuch: „Hätten wir zum 1. August dieses Jahres die Plätze im Anbau gehabt, hätten wir die ganze Diskussion jetzt nicht.“ Wie berichtet, hatten Kontroversen über die Kosten und mögliche Alternativen den Zeitplan für den Kindergarten-Anbau an der Röntgenstraße verzögert.

Von Ines Bräutigam

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