Neuer Zuschnitt für Jugendparlament

Wahlalter gesenkt: Bevenser Stadtrat will Gremium neues Leben einhauchen

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Im November soll in Bad Bevensen ein neues Jugendparlament gewählt werden, das Anregungen und Vorschläge an die Politik herantragen kann. 

Bad Bevensen – Die Bad Bevenser Politik gibt der Jugend eine Stimme: Mädchen und Jungen können sich im Jugendparlament engagieren und darüber Anliegen und Wünsche an den Stadtrat herantragen. So viel zur Theorie. Denn: In der Praxis ist es still geworden um das Parlament.

Aber: Mit einem neuen Zuschnitt und auch angesetzten Wahlen soll ihm wieder mehr Leben eingehaucht werden. Der Bad Bevenser Stadtrat hat jetzt den Weg dafür bereitet.

Gabriele Meyer, Bürgermeisterin

Bereits Zehnjährige werden dem Gremium künftig angehören können. Bad Bevensens Bürgermeisterin Gabriele Meyer berichtet von der Informationsveranstaltung zum Jugendparlament an der KGS, bei der etliche Zehnjährige interessiert vorgeprescht seien. „Sie waren mit die Engagiertesten“, so Meyer.

Nach bisher geltender Geschäftsordnung aber wären sie von der Wahl ausgeschlossen gewesen. Mit einem Beschluss des Stadtrates – er fiel einstimmig aus – ist nun das Wahlalter gesenkt worden, sodass die engagierten Kinder die Möglichkeit haben, im Parlament mitzuarbeiten.

Es entfallen mit dem Beschluss auch Regelungen zu Altersstufen im Parlament. Für jede Stufe war eine feste Anzahl von Sitzen bisher vorgesehen. Aktuell sei aber in der Gruppe der 16- bis 18-Jährigen kaum noch jemand für die Parlamentsarbeit zu finden, so Gabriele Meyer. Starre Festsetzungen zu Altersstufen seien so nicht sinnvoll. Das Jugendparlament wird mit maximal zwölf Gewählten besetzt.

Jannis Walther (FDP)

Jannis Walther (FDP) findet es, so sagt er beim Stadtrat, „schade“, dass die Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen kaum Interesse an dem Gremium habe. Eine Veränderung lasse sich aber erreichen, wenn der Stadtrat dazu seinen Beitrag leiste. „Der Rat muss dem Parlament unterstützend zur Seite stehen und sich für eine zeitnahe Umsetzung von Vorschlägen stark machen“, findet Walther.

In den zurückliegenden Jahren war immer wieder über eine Skaterbahn in der Kurstadt beraten worden, die sich die Jugend wünschte. Inzwischen ist aus der Skaterbahn ein Multifunktionskäfig geworden, der an der KGS entstehen könnte.

Lothar Jessel, Ordnungsamt

Auch Ordnungsamtsleiter Lothar Jessel richtet Worte an die Ratsfrauen und -herren. Er erinnert daran, dass es aus jeder Fraktion oder Gruppe des Stadtrates einen Ansprechpartner für das Jugendparlament geben soll, damit ein kontinuierlicher Austausch möglich ist. „Dann können wir was ganz Neues ins Rollen bringen.“

Die Wahlen für das Jugendparlament sollen nun nach der Änderung der Geschäftsordnung demnächst stattfinden.

VON NORMAN REUTER

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