Grüne/WBB/Keine A 39 fordern einen Gefahrenabwehrstab

Vorbereitung auf den Ernstfall

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Ein Baum kracht auf ein Auto in Bad Bevensen. Die Feuerwehr muss zu vielen Einsatzpunkten ausrücken. Ein Gefahrenabwehrstab soll sich nach dem Willen von Grünen/WBB/Keine A 39 auf Szenarien vorbereiten.

Bevensen/Ebstorf – Bäume knicken um wie Streichhölzer, begraben Autos und Dächer unter sich. Auch der Landkreis Uelzen hat in den vergangenen Jahren ungewöhnlich schwere Stürme erlebt, so dass es manchem Bürger schwant, der Klimawandel könnte längst begonnen haben.

Die Grünen fordern jetzt, dass auch die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf reagiert. Als Maßnahmen schlagen sie vor, einen Gefahrenabwehrstab einzurichten.

Martin Feller, Gruppenvorsitzender

„Der Katastrophenschutz ist auf Landkreisebene angesiedelt, aber es gibt immer Lagen abzuarbeiten, wo das Know-how der Gemeinde gefragt ist“, erklärt Martin Feller, Vorsitzender der Gruppe Grüne/WBB/Keine A 39. Beispiel: Ein Zug bleibt in Bad Bevensen stecken. Viele Hundert Reisende sitzen fest und müssen untergebracht werden. In dieser Situation kann die Samtgemeinde den Landkreis unterstützen. „Wir kennen die Hotels. Das heißt, dass man viel schneller reagieren kann“, betont Feller.

Er sieht aber noch andere Szenarien, die sich niemand vorstellen möchte, auf die die Samtgemeinde jedoch vorbereitet sein müsse, etwa Großbrände, Zugunglücke, Massenkarambolagen auf der Bundesstraße 4, großflächige, länger andauernde Stromausfälle, im schlimmsten Fall Versorgungsengpässe mit Wasser und Lebensmitteln, Amokläufe, terroristische Angriffe oder industrielle Störfälle, zählt Feller auf. „Die Liste lässt sich sicherlich beliebig mit weiteren Gefahren fortsetzen, die im 21. Jahrhundert vorherrschen.“

Wie schnell eine Großeinsatzlage entstehen könne, habe auch das Schneechaos im November 2017 gezeigt. Viele Straßen waren durch umgestürzte Bäume unpassierbar, die Feuerwehren im Dauereinsatz.

Die Gemeinden seien laut Gesetz für die Gefahrenabwehr zuständig. Der Gefahrenabwehrstab müsse sich deshalb mit den möglichen Szenarien auseinandersetzen und sich in Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und DRK, aber auch THW, Energieversorgern, Bundeswehr und größeren Firmen darauf vorbereiten.

Dem Gefahrenabwehrstab sollten aus Fellers Sicht der Samtgemeindebürgermeister oder sein Vertreter, Vertreter des Ordnungs- und des Bauamtes sowie der der Hilfsorganisationen angehören. Und die Grünen halten eine eigene Stabsstelle für erforderlich. Ob hierfür neues Personal notwendig sei, müsse sich bei der Ausarbeitung ergeben.

VON GERHARD STERNITZKE

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