"Das ist von der Bahn nicht beabsichtigt.“

Ein viertes Gleis wird es nicht geben

+
Dichter Schienenverkehr zwischen Bad Bevensen und Uelzen. Damit die Güter aus dem Hamburger Hafen abgefahren werden können, soll ein drittes Gleis entstehen.

Röbbel – Kommt die Y-Trasse doch noch durch die Hintertür? Eine zusätzliche Bahntrasse mitten durch den Landkreis Uelzen? Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann stellte jetzt noch einmal klar, dass es eine Neubaustrecke nicht geben wird.

Das Misstrauen ist groß. Seit sich die beteiligten Bürgerinitiativen und Kommunen im Dialogforum Schiene-Nord für den Ausbau der Bestandsstrecken, also das dritte Gleis Lüneburg-Uelzen, entschieden hat, sprießen die Spekulationen.

Im vergangenen Herbst behauptete der Projektbeirat Alpha-E, die Deutsche Bahn plane heimlich ein viertes Gleis. Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann stellte jetzt bei einem Termin im Bevenser Ortsteil Röbbel klar, dass an solchen Planungen nichts dran ist.

„Sinn und Zweck ist nicht, ein viertes Gleis zu bauen. Das ist von der Bahn nicht beabsichtigt“, betonte der CDU-Politiker bei der Veranstaltung, zu der der örtliche Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU) eingeladen hatte. Die Landesregierung stehe zu dem im Dialogforum gefundenen Kompromiss.

„Umfahrungen sind möglich, wo Orte dies wünschen“, erklärte Althusmann. Genannt wurden in diesem Zusammenhang Lüneburg und Bad Bevensen – obwohl diese Schlenker neue Probleme aufwerfen. Diese Umfahrungen sollen aber eben nicht zu einer durchgängigen Neubaustrecke zusammengeschlossen werden.

Der 3,9 Milliarden Euro teure Bahnausbau – Teil des Konzepts Alpha-E ist auch ein zweites Gleis auf der Strecke Uelzen-Stendal – habe für die niedersächsische Landesregierung neben der Autobahn 39 höchste Priorität, erklärte Althusmann. So soll sichergestellt werden, dass Güter aus dem Hamburger Hafen ihren Weg ins Land finden.

Zweifel daran, dass die geplanten Ausbauvorhaben überhaupt ausreichen, wies der Verkehrsminister zurück. „Ein Mehrbedarf bis 2030 ergibt sich nicht. Die veranschlagten Kapazitäten reichen aus unserer Sicht aus“, sagte Althusmann. Die Sorgen der Anwohner würden ernstgenommen. „Aber wir werden nicht weiterkommen, wenn wir das Gesamtkonzept wieder aufweichen.“

Genau das sah Peter Dörsam, Sprecher des Projektbeirats, anders: „Die Beschreibung passt nicht zu den Berechnungen.“ Kurt Wiedenhoff von der Bürgerinitiative Pro Lebensraum Eimke-Wriedel forderte noch einmal ein, dass wie im Forum Schiene vereinbart, alle Anwohner „übergesetzlichen“ Lärmschutz erhalten müssen. „Ich kann Ihnen das nicht zusagen“, bedauerte Althusmann. Zuständig sei der Verkehrsministerkollege in Berlin. Er unterstütze die Forderung aber. Sie sichere die Akzeptanz für das Projekt.

Wegen überlanger Schrankenschließzeiten in Wieren bot Althusmann seine Unterstützung als Ansprechpartner an. „Was wir machen können, wollen wir machen.“

VON GERHARD STERNITZKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare