Ganztagsbetrieb: Nur Altenmedingen kann starten

Vier Schulen in Lauerstellung

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Das Altenmedinger Gemeindehaus (vorn) kann von der Schule (im Hintergrund) für den Mensa-Betrieb genutzt werden – die Ganztagsschule kann damit zum Schuljahr 2017/18 starten.

Altenmedingen. In den Planungen für die Umwandlung der fünf Grundschulen der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf in Ganztagsschulen steckt jede Menge Zündstoff. Das trat bei der Sitzung des Schulausschusses am Mittwochabend offen zutage.

Denn hatte der Samtgemeindeausschuss im vergangenen Jahr zunächst entschieden, dass alle Schulen gleichzeitig zum Zuge kommen sollen, hatte er – wie berichtet – kurz darauf mehrheitlich befunden, dass die Grundschule Altenmedingen schon zum kommenden Schuljahr umgewandelt werden soll. Weil die Kirchengemeinde das benachbarte Gemeindehaus für den Ganztagsbetrieb zur Verfügung gestellt hat – zunächst für fünf Jahre –, wurden schnell Fakten geschaffen.

7000 Euro sollen der Altenmedinger Schule für die Ausstattung des Gemeindehauses als Mensa zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt sind weitere 200 000 Euro für samtgemeindeweite Planungsarbeiten in Sachen Ganztagsgrundschule im Haushaltsplanentwurf angesetzt. Und eine weitere Million Euro ist als sogenannte Verpflichtungsermächtigung im Etat vorgesehen, um handlungsfähig sein zu können, sollten irgendwo konkrete Umbaumaßnahmen absehbar sein.

In welcher Reihenfolge und wie genau die Schulen umgewandelt werden, steht aber noch in den Sternen. „Der Beratungsstand ist noch so vage, dass es schwer fällt, Zahlen zu nennen“, erklärte Ordnungsamtsleiter Lothar Jessel. Man müsse „noch wenige Wochen“ abwarten. Und während die Altenmedinger nun frohen Mutes sind, ist die Stimmung in den Gemeinden der übrigen vier Schulen verschnupft. „Wir freuen uns natürlich für Altenmedingen“, versicherte Ebstorfs Grundschulleiter Thomas Gudella, „aber wir hätten uns einen gemeinsameren Weg gewünscht.“

Ähnlich sah das Himbergens Bürgermeister und SPD-Mitglied im Ausschuss, Jürgen Hinrichs. Schließlich habe die Himberger Grundschule bereits im vergangenen Jahr, und zwar als erste von allen, ein Ganztagsschul-Konzept vorgelegt. Warum sich viele Ausschussmitglieder diesbezüglich an diesem Abend ahnungslos anblickten, war nicht zu klären. Fest steht aber, dass die Himberger in Bezug auf den Ganztagsbetrieb „ein Bedürfnis“ hätten, so Hinrichs. Die Entscheidungen, wie es jetzt wirklich weitergeht, sollten zügig vorangetrieben werden – darin waren sich alle im Ausschuss einig.

Von Ines Bräutigam

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