Imker im Landkreis Uelzen beklagen große Verluste bei ihren Völkern / Grund ist die Witterung

Viele Bienenstöcke sind leer

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Laut Eckhard Alvermann, Vorsitzender des Imkervereins Bad Bevensen, haben manche Imker aus dem Landkreis Uelzen Verluste von 90 bis 100 Prozent bei ihren Bienenvölkern hinnehmen müssen.

Bad Bevensen/Landkreis. Wenn die Rapsfelder im leuchtenden Gelb blühen, beginnt für die Imker im Landkreis Uelzen die Honigsaison erst richtig. Doch dieses Jahr sind die Sorgen bei den Imkern groß und sie beklagen enorme Verluste bei ihren Bienenvölkern.

„Wir sind ganz schlecht in die Saison gestartet“, berichtet Eckhard Alvermann, Vorsitzender des Imkervereins Bad Bevensen. Er selbst habe Verluste von 40 Prozent bei seinen Bienenvölkern zu beklagen, andere Imker hätten sogar 90 bis 100 Prozent verloren. Der Grund: Der sehr warme Herbst 2016 hat die Bienen durcheinandergebracht. Die Bienen hätten noch im Spätherbst vor allem Pollen des Ölrettichs gesammelt und sich schlichtweg überarbeitet. „Die Winterbienen leben normalerweise sechs Monate, das war jetzt nicht der Fall, zu Weihnachten waren die meisten Körbe leer“, schildert Alvermann. So wie die Sommerbiene, die nur sechs Wochen lebt, seien die Winterbienen im vergangenen Jahr früher gestorben.

Noch ein zweiter Faktor hat zu den hohen Verlusten beigetragen. „Durch die Hitze haben die Bienen ihren Stock stark gelüftet und so haben sich die Mittel gegen die Varroamilbe schnell verflüchtigt“, erklärt Alvermann. Der Kälteeinbruch vor einigen Wochen hingegen hat keine Rolle gespielt. „Der Frost ist unerheblich. Im Stock halten die Bienen Temperaturen um die 34 Grad“, erklärt Alvermann. So beginnt die Königin etwa schon im Januar mit der Eiablage.

Jetzt komme es vor allem auf die Rapsblüte an. „Die ist die wichtigste Frühtracht für uns“, sagt Alvermann. Eigentlich enthalte jeder Frühhonig auch Raps. Vor allem im Nordkreis um Bad Bevensen gibt es laut Alvermann eine große Zahl an Rapsfeldern und die Imker aus dem Südkreis ziehen mit ihren Völkern extra dorthin. Auch mangels Alternativen, weil es kaum noch Streuobstwiesen oder Wiesen mit Wildblumen gibt. „Aber die Zeiten werden wir auch nicht wieder kriegen“, sagt Alvermann. Die Landwirte wiederum würden von den Bienen profitieren, da durch die Bestäubung der Ertrag der Rapspflanze um 50 Prozent gesteigert wird.

Ein Problem für die Zukunft sieht der Imker in Rapssorten, die so gezüchtet werden, dass sie keine Bienen mehr brauchen, die sie bestäuben. „Wir Imker sind auf die Rapstracht angewiesen, sie ist die ergiebigste aller Trachten“, sagt Alvermann. Allein aus wirtschaftlicher Sicht seien die Imker zu einem Großteil vom Raps abhängig.

Von Lars Lohmann

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