Bühnenstoff, Leuchten, Stühle und Tanzboden wurden vor Abriss aus Siebzigerjahre-Bau gerettet

So viel Kurhaus steckt im Event-Zelt

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Stühle, Stoff und Lampen: Veranstaltungstechniker Nico Hertzer hat Teile des Kurhaus-Inventars vor dessen Abriss im Zelt am Park neu installiert. Bis das neue Kurhaus 2016 steht, wird ein Großteil der BBM-Veranstaltungen im Zelt stattfinden.

Bad Bevensen. Ein wenig Nostalgie umweht kurz vor dem Abriss des Kurhauses das Bevenser Kurzentrum: Doch wer genau hinschaut, wird merken, es ist kein Abschied für die Ewigkeit von dem Siebzigerjahre-Bau.

Etliche Teile des Inventars sind wenige Meter von dem ausgedienten Veranstaltungszentrum entfernt wiederzuentdecken – im Eventzelt am Park.

„Wir haben erstmal alles gesichtet, was im Kurhaus war, und dann entschieden, was wir mit welchem Aufwand weiter nutzen können“, berichtet Nico Hertzer, technischer Leiter des Veranstaltungsbereichs der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), im AZ-Gespräch. Ein Großteil der Stühle und Tische sowie Bühnenteile und Lampen wanderten direkt auf die Liste, der Dinge, die im 40 Meter langen und rund 15 Meter breiten Eventzelt weiter verwendet werden – wenn auch in teils neuer Konstellation. So hat Hertzer beispielsweise Bühnenteile aus den Kurhaussälen 1, 3 und 4 ausgebaut und zur etwa 35 Quadratmeter großen Spielfläche des Zelts zusammengesetzt – keine unkomplizierte Aufgabe, denn unterschiedliche Bühnensysteme galt es auf einen Nenner zu bringen. „Wir mussten so aber nur neue Beine kaufen. Und die Zeltbühne ist jetzt nur eine Nutzung. Wir können die Bühnenpodeste auch im neuen Kurhaus nutzen – zum Beispiel als Orchester- oder Instrumentenpodest“, betont Nico Hertzer, dass sich die Mühe gelohnt habe. Auch Bühnenbelag und -stoff – etwa 300 Quadratmeter schwarze Meterware, die den Bühnenraum des Zelts samt Seitenwänden und Decke auskleidet – stammen aus dem alten Kurhaus, ebenso wie die Lampen, die die Künstler im „fliegenden Bau“ in Szene setzen. Scheinwerfer, teils mit LED ausgestattet, sind samt den Laststangen, an denen die Lichter befestigt sind, aus dem Kurhaus auf den Göhrdeparkplatz umgezogen. „Außerdem haben wir alles an Kabeln mitgebracht, was wir im Kurhaus hatten, und nur das Nötigste zugekauft“, sagt Nico Hertzer. Die Stative, von denen aus Teile der Lampen das Zelt ausleuchten, sind derzeit gemietet.

Untergebracht wurde das „gerettete“ Equipment unter anderem in Lagerräumen im Kurzentrum und im Eventzelt – eine Aktion, die nicht nur viele Arbeitsstunden, sondern auch Kreativität erforderte. Denn eine 200 Kilogramm schwere und acht Meter lange Leinwand wird nicht jeden Tag von A nach B transportiert, genauso wie ein 700 Kilogramm wiegendes Klavier. Hertzer: „Es gab einfach Sachen, die über Jahre in dem Kurhaus gelagert wurden und nicht ohne Weiteres durch die Türen oder in den Fahrstuhl der neuen Lager gingen.“

Von Wiebke Brütt

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