Jugendbibliothek im JuZ?

Verwaltung der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf will auf Umbau des Griepe-Hauses verzichten

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Zwischen dem Schulgelände und dem Bereich des Jugendzentrums in Bad Bevensen gibt es seit kurzer Zeit einen Durchgang (hinten) – die Einrichtung einer Jugendbibliothek in den Räumen des JuZ würde von dieser neuen Verbindung profitieren. 

Bad Bevensen. Mal sind es die Öffnungszeiten, mal ist es das Budget, dann wieder das Konzept – an den Strukturen der Bibliothek im Bad Bevenser Griepe-Haus feilt die Politik der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf seit Jahren immer wieder.

Ende vergangenen Jahres hatte der Samtgemeinderat beschlossen, in der Kurstadt eine Jugendbibliothek einzurichten, und zwar am besten im Griepe-Haus, das entsprechend umgebaut werden sollte. Die Verwaltung schlägt nun aber eine ganz andere Lösung vor: Nämlich eine solche Jugendbibliothek im Jugendzentrum (JuZ) einzurichten.

Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen wird am kommenden Dienstag, 30. Oktober, ab 17 Uhr im Bad Bevenser Rathaus über diese Idee beraten. Und die hat aus Sicht der Verwaltung einige Vorteile gegenüber einem Umbau des Griepe-Hauses. So werde das JuZ sowieso schon von Jugendlichen besucht, und es liegt unmittelbar neben der Fritz-Reuter-Schule. Die Schüler könnten die neue Jugendbibliothek so mitnutzen. Außerdem wurde kürzlich ein direkter Zugang vom Schulhof zum JuZ geschaffen. „Bei entsprechenden Öffnungszeiten hätten die Jugendlichen somit die Möglichkeit, die Bibliothek in Freistunden, den Pausen oder direkt nach der Schule zu besuchen“, lautet die Argumentation der Verwaltung in einer Entscheidungsvorlage für die Politik.

Verhandlungen über die Bereitstellung der JuZ-Räume habe es bereits gegeben; in der Jugendfreizeiteinrichtung stehe man dem Vorhaben positiv gegenüber. Eine Fläche von 100 Quadratmetern, die für die Jugendbibliothek benötigt würden, ließe sich so realisieren, dass zwei Bereich entstünden: einer für stilles Arbeiten und einer für die Arbeit mit Büchern, Spielekonsolen oder Tablets. Auch die Musikschule, schlägt die Verwaltung vor, könnte die Räumlichkeiten nutzen.

Durch die Nähe zur Fritz-Reuter-Schule wird davon ausgegangen, dass rund 1.650 Jugendliche das Angebot nutzen würden. Um ein entsprechendes Medienangebot vorzuhalten – ausgegangen wird von insgesamt 3.300 sogenannten Medieneinheiten, die sich zu 60 Prozent auf Bücher und zu 40 Prozent auf andere Medien aufteilen sollten –, ist im Haushalt 2019 bereits ein zusätzlicher Etat von 10.000 Euro eingeplant.

Auch für den Umbau des JuZ stehen schon Gelder zur Verfügung. Für die Planung weist der diesjährige Haushalt 50.000 Euro aus. Um das Bibliothekskonzept umzusetzen, sind dort weitere 350.000 Euro vorgesehen. Damit die Nutzer der Jugendbibliothek im Jugendzentrum unabhängig von den dortigen Betreuungszeiten sind, sollte die Ausleihe übrigens durch ein computergestütztes Selbstverbuchungssystem möglich sein. Auf einen Umbau des Griepe-Hauses sollte aus Sicht der Verwaltung insgesamt verzichtet werden.

Von Ines Bräutigam

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