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Gemeinde Emmendorf übernimmt den Kindergarten

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Von: Gerhard Sternitzke

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DRK-Kindergarten Emmendorf
Der Betreibervertrag für den Emmendorfer Kindergarten mit dem DRK ist zu Ende Juli gekündigt. Ab August will die Gemeinde die Einrichtung selbst betreiben. © Sternitzke, Gerhard

Wie geht es weiter im Emmendorfer Bewegungs-Kindergarten? Der Gemeinderat hat im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen, den Betreibervertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) nicht zu verlängern. Auslaufen soll die Zusammenarbeit im Juli. Die Eltern sind nun verunsichert, der Anmeldeschluss am 28. Februar sorgt für viele Fragen. Dabei gibt es bereits eine Lösung: Die Gemeinde übernimmt den Kindergarten in Eigenregie.

Emmendorf – „Wir Eltern haben bis heute keine klare Information, wie es weitergeht, weder vom Bürgermeister noch vom Gemeindebüro“, moniert Mutter Carolin Herzberg in einer Mail an die AZ. „Wir können keinen Urlaub planen, geschweige denn dafür sorgen, dass unsere Kinder woanders unterkommen.“ Nur vom DRK erfuhren die Familien von dem Wechsel, moniert Elternvertreterin Anika Altenburger. „Wir Eltern sind ziemlich verunsichert. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, ob es ein pädagogisches Konzept gibt, ob sich die Öffnungszeiten verändern.“

Erzieherinnen sind bereits eingestellt

„Ab 1. August übernimmt die Gemeinde den Kindergarten in eigener Regie und mit eigenem Personal“, teilt Bürgermeister Uwe Silbermann (Freie Wählervereinigung Emmendorf) auf AZ-Anfrage mit. „Die Eltern brauchen sich keine Gedanken zu machen. Die Verträge mit den drei Erzieherinnen seien schon unter Dach und Fach. Es werde demnächst einen Informationstermin für die Eltern geben.

Hohe Kosten für Betreiber

Grund für die Kündigung sind die Kosten. „Wir sind jetzt bei über 170 000 Euro im Jahr“, moniert Bürgermeister Silbermann. „Wo soll das Geld herkommen?“ Nur 58 Prozent der Kita-Kosten würden vom Land erstattet. Mit dem Rest zahle die Gemeinde auch für Verwaltungskosten, darunter Abteilungsleiter und Chefposten beim DRK-Kreisverband.

Dieser hatte in einer Stellungnahme auf Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst hingewiesen. 70 bis 80 Prozent des Gesamtbudgets seien Personalkosten.

„Wir haben eigenes Personal, dann geht das los“, stellt Silbermann jetzt klar. Zwar sei ein Betrieb durch die Gemeinde mit höherem Zeitaufwand verbunden, aber andere Kommunen, so Altenmedingen, Jelmstorf und Schwienau, hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Ursprünglich hatte die Gemeinde nur den Betreiber wechseln wollen. Doch ein Angebot des Vereins „Himpelchen und Pimpelchen“, der unter anderem die Uelzener Kita am Stern betreibt, sei zurückgezogen worden. Auch andere Betreiber hätten eine Übernahme abgelehnt.

Die Gemeinde Altenmedingen hat positive Erfahrungen mit der eigenen Verwaltung der Kita Sonnenblume gemacht. „Dadurch dass wir es selbst machen, haben wird eine gewisse Kostenkonkrolle. Die Träger, die dazwischen sind, wollen was verdienen“, erklärt Altenmedingens Bürgermeister Léonard Hyfing. Durch den Eigenbetrieb habe die Gemeinde auch mehr Gestaltungsfreiheit. So habe man sich für einen besseren Betreuungsschlüssel in den Gruppen entschieden. Selbst in der Corona-Zeit habe es deshalb keine Ausfälle gegeben. Offenbar ist der Kindergarten auch bei den Erzieherinnen beliebt, jedenfalls hat die Kita nach Hyfings Aussage genug Bewerbungen. „Und man ist als Gemeinde viel näher dran und kann Ideen und Wünsche aufnehmen.“

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