Ärger mit der Straßenreinigung: Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf will Vertrag mit Firma kündigen

Versagen in den Gossen

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Wildwuchs in den Gossen – wie hier in Natendorf – sorgt in vielen Orten der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf für Ärger. Die Verwaltung sieht ein Versagen der beauftragten Straßenreinigungsfirma und plant, den Vertrag mit ihr zu kündigen. 

Bad Bevensen. Drei Mal pro Woche sollte die Kehrmaschine mindestens über die Brückenstraße und die Lüneburger Straße in Bad Bevensen fahren und dort sauber machen.

In anderen Bereichen der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf stehen Reinigungsintervalle zwischen ein Mal in ein, zwei oder vier Wochen auf dem Plan. Das wäre der Idealfall. Denn so steht es in der Gebührensatzung für die Straßenreinigung in der Samtgemeinde festgeschrieben. Die Wirklichkeit jedoch sieht anders aus.

„Das Thema Straßenreinigung ist problematisch“, formuliert es Bauamtsleiter Roland Klewwe jüngst noch vorsichtig in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, um dann etwas deutlicher zu werden. „Es gibt erhebliche Beschwerden, vor allem wegen ungeräumter Gossen.“ Im Sommer sei es schon schlimm gewesen, doch jetzt, im Herbst spitze sich die Situation wegen des Laubfalls noch weiter zu. Denn die Straßenreinigung läuft nicht so, wie sie soll. „Das liegt an einem Versagen der Firma, die damit beauftragt ist“, sagte Klewwe. Seit Oktober ist die Kehrmaschine nämlich schon nicht mehr im Einsatz.

Bei der Samtgemeindeverwaltung sei man mittlerweile so weit, Konsequenzen zu ziehen. „Wir werden den Vertrag kündigen müssen“, meinte das Bauamtsleiter. „Es gibt viele berechtigte Beschwerden.“ Letztlich zahlen die Anlieger der Straßen zwischen 42 Cent und 4,92 Euro pro Meter Straßenfront. Je nach Reinigungsklasse. Aus diesen und anderen Gebühren plant die Samtgemeinde im nächsten Jahr mit Einnahmen in Höhe von 152 100 Euro. Dem gegenüber jedoch stehen Ausgaben von 222 400 Euro – 85 000 Euro davon werden an die Reinigungsfirma gezahlt, mit deren Leistung man mehr als unzufrieden ist.

„Wir haben bessere Ergebnisse erzielt, als wir noch selber gefahren sind“, berichtete Roland Klewwe den Ausschussmitgliedern von besseren Zeiten. Als Alternative zu der Auftragsfirma blieben nur, entsprechende Fahrzeuge anzumieten und die Straßenreinigung wieder selbst in die Hand zu nehmen, oder eine Ersatzfirma zu finden. Wie auch immer die Entscheidung ausfalle – dass bei der Straßenreinigung ein Drahtbesen zum Einsatz komme, sei unumstößlich. Gerade aus den Gossensteinen wachsendes Grünzeug habe für reichlich Ärger gesorgt. Wie genau es nun weitergeht, muss beraten werden. Roland Klewwe aber stellte abschließend fest, dass der jetzige Zustand nicht haltbar sei. „Das ist ein Problem, und das muss gelöst werden.“

Wegen der massiven Probleme mit der bislang beauftragten Firma werde derzeit die Straßenreinigung mit der kleinen Kehrmaschine des Samtgemeinde-Bauhofs überbrückt. Ab Mittwoch, 15. November, springt dann kurzfristig eine neue Firma bis zum Jahresende ein, heißt es in einer Pressemitteilung der Samtgemeinde. Dann soll die maschinelle Straßenreinigung ausgeschrieben werden. Allerdings sind auch die Bürger in der Pflicht, wenn es um sauberen Straßenraum geht: Ordnungsamtsleiter Lothar Jessel weist darauf hin, dass Anlieger verpflichtet sind, Gehwege zu reinigen. Dabei ist es allerdings untersagt, das Laub auf die Straße zu kehren – mit der Erwartung, dass die Blätter von der Kehrmaschine aufgesammelt werden.

Von Ines Bräutigam

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