Christian Sewening aus Oetzendorf ist bester Forstwirt-Azubi des Landes

Vom Verlag in den Wald

Wenn draußen das Wetter die Holzernte nicht zulässt, dann werden in der Werkstatt der Landesforsten in Oechtringen Maschinen und Werkzeuge gepflegt – für Christian Sewening gehört das Schärfen der Kettensäge ebenso zu seinem Job wie Baumfällungen, Neuanpflanzungen und die Pflege der bestehenden Wälder. Foto: Bräutigam
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Wenn draußen das Wetter die Holzernte nicht zulässt, dann werden in der Werkstatt der Landesforsten in Oechtringen Maschinen und Werkzeuge gepflegt – für Christian Sewening gehört das Schärfen der Kettensäge ebenso zu seinem Job wie Baumfällungen, Neuanpflanzungen und die Pflege der bestehenden Wälder.

Oetzendorf/Oechtringen. „Was willst du mal werden, wenn du groß bist?“ An diese Frage kann sich Christian Sewening noch gut erinnern. Er selbst stellte sie sich noch vor seinem Abitur in Hannover.

Dass die Antwort „Forstwirt“ lauten würde, darauf wäre er damals nie gekommen. Heute ist der 30-Jährige aus Oetzendorf in genau diesem grünen Beruf der beste Auszubildende des Landes Niedersachsen.

Dabei deutete nach der Schule zunächst nichts darauf hin, dass Christian Sewening einmal zu Kettensäge und Beil greifen würde, um die hiesigen Wälder zu bewirtschaften. Nach dem Abitur absolvierte er erst einmal seinen Zivildienst auf Sylt und lernte dort seine zukünftigen Arbeitgeber kennen – die Chefs eines Verlags aus Kiel, der sich auf Wassersportzeitschriften spezialisiert hat. Sewening schloss dort eine Ausbildung zum Verlagskaufmann ab, konnte dabei sogar sein Hobby zum Beruf machen – das Windsurfen. Doch sein Herz schlug immer schon für den Wald.

Seit vielen Jahren ist ein Waldstück in der Südheide in Familienbesitz, sagt er. „Anstatt die freien Wochenenden an der Ostsee zu verbringen, führte es mich dorthin.“ Immer mehr beschäftigte er sich mit dem Thema Wald und dessen Bewirtschaftung. „Ich erkannte in dieser Arbeit etwas Sinnvolles und Befriedigendes, etwas mit Tradition und ehrlicher Arbeit“, erklärt Christian Sewening. „Ich war fasziniert von der Langfristigkeit dieses Wirtschaftszweigs, der wie kein anderer keine kurzfristigen Gewinne akquirieren kann und will, sondern ein Ziel verfolgt, von dem andere eines Tages profitieren.“

Der Wunsch, selbst Teil dieses sinnvollen Tuns zu werden, wurde immer größer. „Es war etwas ganz anderes als in der kurz- und schnelllebigen Medienwelt“, sagt Sewening. Und so hängte der Oetzendorfer seinen Verlagsjob an den Nagel und begann 2014 seine Ausbildung im Forstamt Oerrel, das zu den Landesforsten Niedersachsens gehört.

Das intensive Erleben der Jahreszeiten – auch wenn die körperliche Arbeit sommers wie winters fordernd sei – empfinde er als etwas besonders Schönes in seinem Beruf, sagt der junge Mann. Dass er all seine praktischen Prüfungen mit der Note 1 abgeschlossen hat und im Abschlusszeugnis die Endnote 1,2 stand, bestätigt ihn nur in seiner Entscheidung, noch einmal beruflich umgeschwenkt zu haben.

Die Landesforsten haben Sewening als Forstwirt übernommen. In seinem Ausbildungsbetrieb, der Revierförsterei Oechtringen, kann er nun weiter seine „Passion nachgehen“, wie er sagt. Alles fühlt sich richtig an: „Ich bin dankbar dafür, dass ich durch meine Familie zu meiner Berufung gefunden habe und mich diese auf meinem Weg unterstützt hat.“

Von Ines Bräutigam

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