Verbesserung statt Ergänzung?

Zurzeit ist das Übernachten in Wohnmobilen auf dem Platz am Rosenbad nicht gestattet – doch auch die Ausweisung eines Wohnmobilstellpatzes ist an dieser Stelle schwierig.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Ein zweiter Wohnmobilstellplatz in der Nähe des Rosenbades – wie berichtet hatte die SPD-Fraktion der Stadt Bad Bevensen diesen Antrag gestellt, der am Montagabend von den Mitgliedern des Bauausschusses beraten wurde. Die Quintessenz der Beratungen: Die Fraktionen sollen über das Thema beraten, dabei allerdings eine Erweiterung des bereits bestehenden Stellplatzes am Waagekai in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen. Denn die Ausweisung einer von der SPD ins Auge gefassten Fläche nahe des Rosenbades bringt einige Probleme mit sich.

So informierte Bauamtsleiter Roland Klewwe, dass besagte Fläche in Plänen nicht als Parkfläche, die sie ist, ausgewiesen ist, sondern als Grünfläche. Obendrein befindet sie sich auch noch in einem Landschaftsschutzgebiet, das von der dahinter liegenden Ilmenau bis an die Eckermannstraße reicht. Man käme, so Klewwe, also nicht umhin, eine Bauleitplanung anzuschieben, wolle man an dieser Stelle einen Wohnmobilstellplatz ausweisen.

Eckhard Warnecke (CDU) fand ohnehin den Gedanken viel charmanter, den bestehenden Platz am Waagekai auszubauen und dessen Attraktivität zu steigern. Vor dem Hintergrund der Vergrößerung der Anlegestelle für Binnenschiffe, die (wie berichtet) derzeit das Wasser- und Schifffahrtsamt vornimmt, könnten beispielsweise Serviceeinrichtungen wie Toilettenanlagen nicht nur den Campern zugute kommen, sondern dann auch Schiffs- und Bootsführern. Johann-Henrich Vietor (WBB) stimmte Warnecke uneingeschränkt zu.

Warnecke führte als weiteres Argument ins Feld, dass er gehört habe, dass viele Wohnmobilisten zwar Bad Bevensen als Urlaubsort auserkoren hätten, aber auf dem Campingplatz im benachbarten Ebstorf übernachten. Auch der Wohnmobilstellplatz neben der Ilmenauhalle in Bienenbüttel, wo Toilettenanlagen zur Verfügung stehen, boomt – sehr zur Freude der Gemeinde Bienenbüttel und ihrer Gewerbebetriebe, die einen deutlichen Umsatzanstieg durch die Camper registrieren. Und der Bienenbütteler Wohnmobilplatz ist auch rund 1000 Meter vom Ortskern entfernt. „Das zeigt doch“, schlussfolgerte Warnecke, „dass man Serviceeinrichtungen vorhalten muss.“

Während die Bevenser Bündnisgrüne Verena von Kriegstein während der Bauausschusssitzung weitere Flächen in Bad Bevensen für die Ausweisung eines Wohnmobilstellplatzes ins Spiel brachte – in der Nähe des Kurzentrums zum Beispiel – wies Bauamtsleiter Roland Klewwe darauf hin, dass man mit einem weiteren Wohnmobilplatz womöglich den jetzigen Standort am Waagekai gefährden würde. Und der werde von den Campern durchaus gut angenommen. So wurden im vergangenen Jahr 1886 so genannte Fahrzeug-Übernachtungen auf den 40 Stellplätzen registriert. Klewwe: „Das ist keine schlechte Auslastung.“

Darüber hinaus sei der Platz am Waagekai – entgegen hartnäckiger anders lautender Behauptungen – gar nicht so weit vom Stadtzentrum entfernt. 1100 Meter sind es, betonte Klewwe. Und der Stellplatz neben dem Rosenbad wäre auch immerhin 500 Meter vom Zentrum entfernt.

Die Mitglieder des Bauausschusses wollen nun also in ihren Fraktionen beraten, welche Marschrichtung eingeschlagen werden soll. Außerdem wollen sie den jetzigen Wohnmobilplatz am Waagekai, die Fläche neben dem Rosenbad und den Parkplatz an der Göhrdestraße vor dem Hintergrund der Gespräche gemeinsam in Augenschein nehmen.

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