Bad Bevensen

Veranstaltungszelt  im Hochwassergebiet

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Hier soll es stehen und so wird es aussehen: das Event-Zelt der Bad Bevensen Marketing GmbH am Rande des Kurparks. Zur Orientierung: Rechts unten der blaue „Fleck“ ist der Neptunbrunnen; nach rechts oben aus dem Bild geht es in Richtung Innenstadt. Foto: BBM

BAD BEVENSEN - Ein Eventzelt im Überschwemmungsgebiet – Uwe Winter, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), bekommt angesichts dieser Vorstellung keine kalten Füße.

Denn: „Das ist der beste Standort von den Alternativen, die wir hatten“, erklärt er im AZ-Gespräch. Das Zelt soll dieses und kommendes Jahr Dreh- und Angelpunkt des Veranstaltungsprogramms der Kurstadt sein, denn durch den Kurhaus-Abriss, der nach Ostern beginnen soll, fällt die bisherige Hauptbühne für Konzerte, Tanzveranstaltungen, Kabarett und Sitzungen weg.

Zur Auswahl standen laut Winter zwei Standorte – im Überschwemmungsgebiet lagen sie beide. Variante eins hätte einen Zeltaufbau mitten im Kurpark vorgesehen. Nach Variante zwei – und auf dieser basiert der derzeit laufende Bauantrag – wird das Veranstaltungszelt, dessen Grundfläche 35 mal 40 Meter groß sein wird, auf dem Parkplatz nahe der Göhrdebrücke stehen.

Wer aus der Innenstadt über die Brückenstraße in Richtung Neptunbrunnen marschiert, wird das für etwa 320 bestuhlte Plätze ausgelegte Zelt kurz hinter dem Übergang über die Ilmenau rechter Hand sehen – ein Standort, der Winter zufolge gleich mehrere Vorteile hat: Das Zelt steht zentrumsnah und ist nicht zu übersehen, Parkplätze sind genauso wie die dringend benötigten Strom-, Frisch- und Abwasseranschlüsse in direkter Nähe vorhanden.

Einen Gästerückgang befürchtet Winter wegen der voraussichtlich bis Ende 2015 andauernden Bauphase am neuen Kurhaus, das an der Dahlenburger Straße entstehen soll, nicht. Das Alternativprogramm sei frühzeitig – dieses Mal bereits im November des Vorjahres – vom Veranstaltungsteam vorgestellt und von den Gastgebern weitergegeben worden. „Ich halte das insgesamt nicht für so problematisch“, sagt Uwe Winter.

Außerdem habe die Kurstadt Rekord-Besucherzahlen im Januar verzeichnet (die AZ berichtete) – ein Trend, der laut Statistik der Kurgesellschaft, deren Geschäftsführer Uwe Winter ebenfalls ist, auch im Februar anhalte. Vor allem die Pensionen würden überdurchschnittlich gebucht.

Auch das Hochwassergebiet, in dem sich der Parkplatz befindet, treibt dem BBM-Chef nicht die Sorgenfalten auf die Stirn: „Es herrscht dort eine Hochwassergefahr. Uns ist auch bewusst, dass es dort eventuell zu einem Problem führen kann“, sagt er. „Das wird aber sicherlich dadurch ausgeglichen, dass unter dem Zelt ein Metallunterbau ist.“

Fünf bis sechs Zentimeter Wasser könnten laut Winter auf dem Untergrund stehen, ohne dass Veranstaltungsbesucher nasse Füße bekämen. Möglich würde dieses durch die Unterkonstruktion, die wegen der Unebenheit des Platzes ohnehin nötig werde.

Erst vergangenen Sommer hatte Bad Bevensen Erfahrungen mit dem Hochwassergebiet am Kurpark gemacht. Kurz vor Beginn des Schützenfestes war auf dem Parkplatz, der mit Rasengittersteinen ausgelegt ist, das Festzelt nach starken Regenfällen geflutet worden. Bürgermeister Martin Feller betont jedoch, dass das Eventzelt nicht in dem Bereich stehen wird, in dem das Schützenzelt unter Wasser gesetzt wurde.

Vorgesehen waren im Wirtschaftsplan 2014 der BBM bisher für das Zelt 108 000 Euro. Am kommenden Montag, 31. März, berät der Aufsichtsrat der BBM jedoch über einen Nachtrag zum Wirtschaftsplan, der mehr als 80 000 Euro Einsparungen beinhalten soll. Welche Bereiche schlussendlich von den Nachjustierungen betroffen sein werden, ist noch nicht klar (die AZ berichtete).

Von Wiebke Brütt

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