Kurhaus-Verkauf: Stadt Bad Bevensen und KurGmbH sind sich nicht einig

Unterschriften fehlen noch

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Das Kurhaus an der Dahlenburger Straße gehört noch der Kurgesellschaft. Bevor die Stadt Bad Bevensen ihre Pläne zum Kurhaus-Neubau umsetzen kann, müssten beide Partner dem Verkauf an die Kurstadt zustimmen. Eigentlich wollte die Kurstadt schon nach Ostern mit dem Abriss des Kurhauses beginnen.

Bad Bevensen/Landkreis. „Es gibt einen Entwurf, aber keine Unterschriften“, bestätigt Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume am Mittwoch auf AZ-Nachfrage den aktuellen Stand zu einer Verkaufsangelegenheit, die längst abgewickelt sein sollte: Der Verkauf des Bad Bevenser Kurhauses.

Am Verhandlungstisch sitzen in erster Reihe die Bad Bevenser Kurgesellschaft (KurGmbH) und die Stadt Bad Bevensen. Denn der Stadtrat Bevensens hatte bereits im März letzten Jahres mehrheitlich beschlossen, der Kurgesellschaft das Kurhaus an der Dahlenburger Straße samt dazugehörigem Grundstück für 145 000 Euro abzukaufen. Der Grund: Die Stadt Bad Bevensen möchte in diesem Jahr den 70er-Jahre-Bau abreißen und an gleicher Stelle einen Fünf-Millionen-Euro teuren Neubau errichten (die AZ berichtete). Fördermittel sind inzwischen vom Land Niedersachsen genehmigt, der Landkreis hat einen Zuschuss zugesagt, ein Architekt wurde beauftragt, und die Stadt Bad Bevensen verhandelt bereits mit einem möglichen Investor, der ein Thermenhotel zwischen dem neuen Kurhaus und der Jod-Sole-Therme baut (Seite 5) – nur Haus und Gebäude sind noch immer nicht im Besitz der Stadt.

Dem Vertragsentwurf zustimmen müssen neben den direkten Vertragspartnern – also der Stadt Bad Bevensen und der Bevenser Kurgesellschaft – in einem vorherigen Schritt zunächst die Gesellschafter der KurGmbH. Und an dieser Stelle ist der Landkreis im Spiel: Denn der ist mit 58 Prozent Mehrheitsgesellschafter der Bevenser KurGmbH. Die übrigen Anteile hält die Stadt Bad Bevensen.

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Am vergangenen Montag hat sich nun der Kreisausschuss, der grundsätzlich nicht öffentlich tagt, mit der Thematik auseinandergesetzt. Denn der Kreis weist wiederum seine Vertreter in der Gesellschafterversammlung der KurGmbH an, wie sie sich positionieren sollen. Inhaltlich wollte sich Landrat Dr. Heiko Blume, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Kurgesellschaft ist, wegen der „laufenden Verhandlungen“ nicht äußern – nur so viel: „Da gibt es Punkte, die noch einer Klärung bedürfen“, kommentierte er.

Rückblick: In dem Vertrag, dem der Bad Bevenser Stadtrat vergangenes Jahr mehrheitlich zugestimmt hatte, war festgelegt, dass die Kurgesellschaft das Grundstück zum 1. Januar 2014, frühestens zum Baubeginn eines neuen Kurhauses auf die Stadt Bad Bevensen überträgt. Von Seiten des Landkreises sollten zudem im Falle eines Neubaus, der den Preis von fünf Millionen Euro netto nicht übersteigen darf, eine Million Euro zweckgebundene Zuschüsse – vorausgesetzt, die Maßnahme wird mindestens mit zwei Millionen Euro durch die N-Bank gefördert. Der Kaufpreis von 145 000 Euro setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen: Per Gutachter wurde der fiktive Wert des unbebauten Grundstückes auf 345 000 Euro festgesetzt. Die Abrisskosten werden mit 200 000 Euro beziffert und von dem Kaufpreis abgezogen, da der Abriss von der Stadt übernommen würde.

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