Gemeinde Wriedel plant Kindergartengruppe in Schulwohnung – Auflagen bremsen das Vorhaben

Umbaupläne mit Hindernissen

Die Wohnung im Erdgeschoss der Wriedeler Grundschule würde die Gemeinde gern vorübergehend für die Unterbringung einer Kindergartengruppe ausbauen – doch das Unterfangen gestaltet sich wegen vieler Auflagen schwieriger als zunächst gedacht.

Wriedel. „Im April war noch alles gut. Im Mai dann nicht mehr.“ So fasst Jörg Peter die aktuelle Situation im Kindergarten Wriedel zusammen.

Denn dass die Gemeinde jetzt nicht allen Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllen kann, das habe sich Knall auf Fall ergeben, erläutert der Bürgermeister.

So seien nämlich noch kurzfristig Kinder angemeldet worden, deren Eltern erst spät realisiert hätten, dass die Kindergartenbetreuung ab sofort kostenfrei in Niedersachsen ist. Außerdem nahmen weitere Eltern ihr Recht in Anspruch, ihre eigentlich schon schulpflichtigen Sprösslinge zurückzustellen – sprich: doch noch länger im Kindergarten zu belassen.

In Windeseile erarbeitete der Rat der Gemeinde Wriedel also eine Lösung: In der Erdgeschosswohnung der Grundschule soll zunächst für zwei Jahre eine zusätzliche Kindergartengruppe für 25 Kinder eingerichtet werden. Der Bereitstellung außerplanmäßiger Haushaltsmittel in Höhe von rund 50 000 Euro stimmten die Politiker in ihrer jüngsten Sitzung zu. Doch inzwischen hat sich gezeigt, dass der Plan nicht ganz so einfach zu realisieren ist wie zunächst gedacht. „Es gibt viele Auflagen zu erfüllen“, sagt Jörg Peter.

So müsse die Schulwohnung barrierefrei ausgebaut werden – ein Hublift wäre erforderlich, erklärt Wriedels Bürgermeister auf AZ-Nachfrage. Außerdem stünden noch Gespräche mit dem Landesjugendamt an. Und: Es müssten in der Schulwohnung Sanitäranlagen für Kleinkinder eingebaut werden, die allerdings wieder herausgerissen werden müssten – weil die Räume ja nur übergangsweise als Kindergartendomizil genutzt werden sollen und eigentlich Bestandteil eines künftigen Ganztagsschulkonzepts sind. Und in diesem Zuge würden dort Sanitäranlagen für Erwachsene benötigt, erklärt Jörg Peter das Dilemma.

Für den Bürgermeister steht fest: Vor diesem Hintergrund wären die geplanten Investitionen kaum vermittelbar. „Das können wir nicht machen.“ Zumal neue Hochrechnungen beinahe das Doppelte von der ursprünglich geplanten Summe für den Ausbau ergeben hätten. Doch Jörg Peter ist auch klar, dass die Gemeinde unter großem Handlungsdruck steht. Schließlich könnten Eltern im Ernstfall ihren Kindergartenplatz einklagen, sagt er. Gespräche mit diversen Behörden, vor allem auch mit der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf als Schulträgerin, laufen daher zurzeit auf Hochtouren. Und Jörg Peter betont: „Ich bin guter Dinge, dass es im Laufe dieser Woche noch zu einer Klärung kommt.“

Von Ines Bräutigam

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