Umbau auf der Zielgeraden

Die grauen Waschbetonplatten sind Vergangenheit: Ein strahlend grünes Häubchen hat das Gebäude der Jod-Sole-Therme erhalten – für manchen noch etwas gewöhnungsbedürftig. Fotos: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Die Modernisierung der Bad Bevenser Jod-Sole-Therme geht in die Zielgerade: Während die neue Hülle des neuen Thermalbades bereits fertig ist, haben die Handwerker im Innern den Endspurt eingeläutet: Mit Hochdruck wird an dem neuen Hallenbecken gearbeitet. Bis Ende Oktober soll alles fertig sein. Rund neun Millionen Euro wird die Bevenser Kurgesellschaft dann in die Frischzellenkur der Therme investiert haben – gefördert durch Zuschüsse der EU.

Alle 14 Tage haben sich Ingenieur Johann Franz Wach aus der Nähe von München, Architekt Hans-Joachim Flume vom Büro Geyer & Volker aus Stuttgart und Klaus Wortmann, Architekt aus Uelzen, gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kur GmbH, Uwe Winter, seit dem Baubeginn des letzten Bauabschnitts im Februar zur Baubesprechung getroffen und den Fortschritt der Arbeiten unter die Lupe genommen. In einem ersten Bauabschnitt war, wie berichtet, bereits das neue Gesundheitsbecken entstanden.

Geballte Technik, deren Herzstück die Filteranlagen (oben links im Bild) sind: Johann Franz Wach, Uwe Winter, Hans-Joachim Flume und Klaus Wortmann (von links) bei der Baubesprechung.

„Die Knochenarbeit, mit Abriss und Entkernen, ist jetzt beendet“, sagt Wach, „im Moment läuft der Innenausbau.“ Im Klartext heißt das: Das neue Hallenbecken wird aufwändig mit einer speziellen Gummierung abgedichtet. Zentimeter für Zentimeter rollt Oberflächentechniker Detlef Zerfas – von seinen Kollegen auch liebevoll „Gummibär“ genannt – die schwarze Gummifolie auf den Beton. Danach wird eine Graphitschicht aufgespachtelt und eine Dichteprüfung folgt. Denn schon der kleinste Riss und die winzigste Lücke könnte gravierende Folgen haben. Besonders anspruchsvoll sind die Bauarbeiten am neuen Hallenbecken, weil in der alten Bausubstanz gearbeitet wird, sagen die drei Fachleute. In dem Becken selber wiederum halten aber Innovationen – so genannte Möbel – Einzug, die Badevergnügen in Höchstform versprechen: Champagnersprudel, Nischen mit Massageringen, oder Liegeflächen mit Massagedüsen sollen für Wohlgefühl der Badegäste sorgen. Die Wasseroberfläche des neuen Hallenbeckens wurde um knapp einen halben Meter angehoben, so dass die Badenden einen besseren Kontakt zu denjenigen außerhalb des Beckens und einen guten Ausblick in die Außenanlagen haben.

Zentimeter für Zentimeter rollt Oberflächentechniker Detlef Zerfas die Gummierung an.

Die Außenfassade der Jod-Sole-Therme hat sich ebenfalls sichtbar verändert. So sind die grauen Waschbetonplatten grünen Glasflächen gewichen, die nun den oberen Rand des Gebäudes umspannen. Für manchen auf den ersten Blick noch gewöhnungsbedürftig, wie sich bereits herausstellte. Aber allemal frischer und moderner als vorher, finden Ingenieure und Architekten. Rund 40 Prozent der Investionskosten sind allerdings in einen Bereich geflossen, der im Verborgenen liegt: in die Technik. Im Keller des Thermalbades befinden sich nagelneue Anlagen, die rund um die Uhr für beste Wasserqualität sorgen. Da die alte Technik an die 30 Jahre alt war, wurde nicht nur grundsätzlich die Qualität verbessert, sondern auch gleich der Anspruch an heutige Bedürfnisse erfüllt. Die Filteranlage ist Herzstück der Anlage: In riesigen Filterbehältern rinnt das Thermalwasser durch Quarzsand – mit einer Geschwindigkeit von 20 Metern pro Stunde – und wird anschließend mit verschiedenen Substanzen konditioniert, um Badewasser zu werden.

Die Anlagen – darunter, wie berichtet, neuerdings auch ein Blockheizkraftwerk zur Energieerzeugung – werden voll automatisch gesteuert. „Die Mitarbeiter“, da sind sich Johann Franz Wach und Uwe Winter einig, „müssen entsprechend geschult werden, um die neue Technik bedienen zu können.“ Aber erst einmal, so Wach, der augenzwinkernd sagt, dass er hier mit jedem einzelnen Kabel bekannt sei, müsse alles laufen, „und dann können wir optimieren“.

Von Ines Bräutigam

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