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Umbau der Bevenser Therme wird Gäste kosten

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Satellitenaufnahme der Jod-Sole-Therme.
Die Satellitenaufnahme bei Google Earth zeigt die Dimensionen der Bad Bevenser Jod-Sole-Therme. An der Temperatur von 32 Grad in den Außenbecken wird nicht gedreht, stellt Geschäftsführer Torsten Krier klar. © foto: Google Earth

Die Jod-Sole-Therme ist der Publikumsbringer und damit Wirtschaftsfaktor für Bad Bevensen. Gäste reisen bis aus Hamburg an, um ein heilsames und entspannendes Bad im warmen Salzwasser zu nehmen, zu saunieren oder Anwendungen zu nutzen. Die Einrichtung ist auch Hauptargument für einen Großteil der Übernachtungsgäste. Auf der anderen Seite sind Bäder ein Zuschussbetrieb. Im nächsten Jahr steigt das Defizit, das die Stadt Bad Bevensen und der Landkreis als Eigentümer übernehmen, um gut zehn Prozent auf 2,1 Millionen Euro. 2019, vor Beginn der Corona-Krise, lag der Zuschuss bei 1,6 Millionen Euro.

Bad Bevensen – Die Zahlen nannte Torsten Krier, Geschäftsführer der Kurgesellschaft, jetzt im Wirtschaftsausschuss der Stadt. „Das sind Probleme, die wir nicht selbst beeinflussen können“, betont der Thermen-Chef gegenüber der AZ. Dabei schlägt die allgemeine Kostensteigerung zu Buche, darunter auch eine erwartete Tariferhöhung fürs Personal. Zum anderen erwartet Krier 2023 weniger Besucher.

„Im Februar, März geht der Umbau der Saunaanlage los. Dann stehen nur geringe Teile zur Verfügung.“ Krier kalkuliert mit 220 000 Besuchern. In diesem Jahr, das bis März noch mit Corona-Einschränkungen belastet war, werden es rund 230 000, 30 000 weniger als als im Spitzenjahr 2019. Außerdem stellt die Kurgesellschaft einen deutlichen Rückgang bei den Therme-plus-Tickets fest, die Übernachtunsgästen gegen einen geringen Aufschlag freien Eintritt in die Therme bescheren. Eine Kaufzurückhaltung aufgrund der Inflation ist bereits zu spüren, betont Krier.

Kostenfaktor Nummer zwei nach dem Personal ist die Energie. Dabei ist die Kurgesellschaft noch in der komfortablen Situation, dass der Vertrag für das Gas feste Gebühren bis einschließlich 2023 festschreibt. „Aber wir wissen nicht, wie sich der Strompreis entwickelt“, gibt Krier zu bedenken. Unzählige Pumpen wälzen das salzhaltige Wasser in der Anlage um. Einen Teil der Heizenergie und des Stroms erzeugt ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk.

Eins stellt Krier klar: An der Temperatur von 32 Grad im Außenbecken wird er nicht drehen, denn bei der gesundheitlichen Wirkung des warmen Salzwassers sei die Wärme des Heilwassers ein ganz wichtiger Faktor. „Wir tun aber im technischen Bereich ganz viel“, berichtet der Geschäftsführer. „Da ist genauso viel drin, als wenn wir die Beckentemperatur runtersetzen würden.“

Krier arbeitet derweil bereits an einer „Vision 2028“, einem Konzept zur Weiterentwicklung der Therme, das er im nächsten Jahr vorstellen will. Dabei geht es um eine weitere Attraktivitätssteigerung, aber auch um Einsparmaßnahmen. „Wir wollen von dem hohen Defizit runter“, stellt der Chef der Kurgesellschaft klar. So wird durch die Umgestaltung der Sauna und anschließend des Freibeckens eins auch erheblich Energie eingespart. Gleichzeitig soll die Therme noch mehr Menschen anziehen, wobei Krier verstärkt auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen will. „Der Urlaub in Bad Bevensen, in der Therme wird wachsen“, ist er überzeugt.

Dabei will Krier in Zukunft auch mit einem Patent für die neue Thermengestaltung werben. Geplant ist zudem eine eigene Naturkosmetikreihe auf Grundlage der Sole.

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