Pferdehalterin Heike Suhrke hatte mit nur einem Fohlen gerechnet

Überraschung in Strothe: Es sind Zwillinge

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Die Zwillingsfohlen Piccolo und seine noch namenslose Schwester sind die neuen Attraktionen in Strothe. Die Besitzerin hatte eigentlich nur mit einem Fohlen gerechnet.

Strothe – Überraschender doppelter Nachwuchs von der Stute Chamilla. Sie hat zwei gesunde Fohlen zur Welt gebracht. Dabei hatten die Besitzer nur eines erwartet. „Mein Gott, es sind zwei Füße!“, ruft Andrea Kühl-Iqbal ihrem Mann zu.

Nachdem sie das erste Fohlen von Chamilla auf die Welt geholt hat, traut die Besitzerin vom Stall Wacholderheide in Strothe ihren Augen kaum. Und so stehen in Chamillas Pferdebox jetzt nicht nur ein Fohlen, sondern zwei.

Die Zwillingsgeburt vor einigen Tagen war für alle eine große Überraschung. „Ich war drei Mal bei zwei verschiedenen Tierärzten und nie ist festgestellt worden, dass es zwei sind. Piccolo hat sich gut versteckt“, schmunzelt Heike Suhrke, die außer Chamilla und den beiden Fohlen noch zwei weitere Pferde besitzt. Piccolo, so heißt das Hengstfohlen. Seine wenige Minuten ältere Schwester hat noch keinen Namen. Mit dem Buchstaben P soll ihr Name anfangen – genau wie ihr Vater Paganini, so ist es üblich.

Dabei kamen die Fohlen nicht pünktlich zur Welt – erst zehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin war es soweit. Elf Monate hat Chamilla ihre Fohlen ausgetragen. „Das ist ein Phänomen“, meint Suhrke. Zwillingsträchtigkeiten sind bei Stuten nicht ganz selten, Zwillingsgeburten jedoch schon. Werden Stuten mit Zwillingen trächtig, werde normalerweise ein Abbruch vorgenommen, bei dem ein Embryo sterbe. Zu groß sei das Risiko für Stute und Fohlen. Die meisten Pferde seien nicht in der Lage, zwei Fohlen auszutragen. Zudem entwickele sich eines der Fohlen meist nicht richtig im Mutterleib. Oft sterbe zumindest eines der Fohlen bei der Geburt. Dass beide Fohlen überleben, komme, so schätzt Suhrke, nur einmal in tausend Fällen vor. Ihre Stute Chamilla sei während der Schwangerschaft sehr schlank gewesen. „Wir haben nichts geahnt“, sagt sie.

Weit mehr als 100 Fohlen hat Andrea Kühl-Iqbal schon auf die Welt geholt. Die putzmunteren Zwillinge sind für sie ein kleines Wunder. Waren Zwillinge dabei, waren diese bislang zu schwach zum Überleben. „Nach der Geburt eines Fohlens bringe ich immer gleich dessen Schweif etwas in Form. Dabei schneide ich einige Haare ab, lege sie unters Stroh in der Box und sage: ,Bringt uns Glück!‘. Das hat wohl geholfen“, freut sich Kühl-Iqbal.

Heike Suhrke wollte das erwartete Fohlen eigentlich verkaufen. Piccolo und seine noch namenlose Schwester will sie nun behalten – sie sollen Reitpferde werden.

VON SOPHIE BORM

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