Kreistagsfraktion der SPD kritisiert Antrag der CDU-FDP-RRP-Gruppe zur KGS in Bad Bevensen

„Überflüssig und falsch“

Zeit und Platz für die Schüler: Die Zügigkeit der KGS in Bad Bevensen soll so bleiben wie sie ist, wenn es nach der Kreistagsfraktion der SPD geht. Sie spricht sich gegen den Antrag der CDU-FDP-RRP-Gruppe aus. Archivfoto: Kaiser

Bad Bevensen. Die Entscheidung zum Antrag der Gruppe CDU-FDP-RRP im Schulausschuss des Landkreises Uelzen auf eine Reduzierung der Zügigkeit der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen wurde zwar vertagt, sorgte allerdings für eine angeregte Diskussion (die AZ berichtete).

Schon während der Sitzung des Kreisschulausschusses hatte SPD-Fraktionschef Jürgen Peter Hallier aufgrund des komplexen Sachverhalts Beratungsbedarf angemeldet. „Die Kreistagsfraktion der SPD hält den Antrag der Gruppe CDU-FDP-RRP für überflüssig uns falsch“, so das Fazit von Hallier und seinen Parteigenossen. „Wenn die Antragsteller glauben, damit die bestehenden Oberschulen schützen zu können, so ist das ein Irrglaube. Wenn das Konzept und die Qualität nicht stimmen, erfolgt eine Abstimmung mit den Füßen“, sind sich die SPD-Mitglieder einig.

Die Sozialdemokraten liefern gleich mehrere Gründe für ihre ablehnende Haltung: Der demografische Wandel lässt die KGS ohnehin in einigen Jahren auf eine durchgängige Neun-Zügigkeit hinsteuern. „Die Antragsteller sollten sich die neuesten Geburtenjahrgänge geben lassen“, so die Kreistagsfraktion. Damit verliere auch der Aspekt einer „schwierigen Steuerung einer derart großen Schule“ an Bedeutung.

Die KGS ist die einzige Angebotsschule dieser Art im Landkreis Uelzen – der große Zulauf belege, dass die Eltern und Schüler dieser Schulform eine hohe Priorität geben. Außerdem, so die SPD-Kreistagsfraktion, habe es eine Elternbefragung hinsichtlich der vermutlich künftigen Schulwahl gegeben. „Daraus wurden Trends abgeleitet“, sagt Hallier mit Blick auf die Eltern, die sich für die KGS ausgesprochen haben. „Der Elternwille hinsichtlich der Wahlfreiheit ist ein hohes Gut“, betonen die Sozialdemokraten und schließlich stünden die Oberschulen und die KGS in einem „unausgesprochenem Wettbewerb“. So sollten Qualität und Attraktivität Vorrang vor Reglementierung haben. In den Augen der Sozialdemokraten habe der Landkreis Uelzens sehenden Auges über Jahre die expansive Entwicklung in Bad Bevensen stillschweigend gebilligt, mit erheblichen Investitionen gefördert und somit zur bisherigen Entwicklung beigetragen. „Eine plötzliche Abkehr würde dem Vertrauen in die Kreispolitik sicherlich nicht förderlich sein“, sagt der SPD-Fraktionschef. Auch Schülertransportkosten würden durch eine Reglementierung kaum gespart, da andernorts entsprechende Kosten generiert werden. Ohne Anhörung des Kreiselternrates verbietet sich für die Sozialdemokraten ohnehin ein Beschluss in Richtung der Zügigkeit.

Eigentlich hatten die Vertreter der SPD erwartet, dass, nachdem das Projekt IGS zu den Akten gelegt wurde, der Schulfrieden einkehrt. Hallier: „Die Schulen müssen sich neu orientieren, ebenso die Eltern und Schüler. Diese Entwicklung sollte abgewartet werden.“

Von Jörn Nolting

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